E. O. Wilson und sein Buch Sociobiology: A New Synthesis |
„In ferner Zukunft glaube ich, weite Betätigungsfelder für weit bedeutendere Forschungen zu sehen. Die Psychologie wird auf neuen, sicheren Fundamenten stehen ... Das Licht der Erkenntnis wird dann auf den Ursprung der Menschheit und ihrer Geschichte fallen.“181
Die erste wissenschaftliche Initiative in dieser Richtung ging aus von dem Entomologen Edward O. Wilson an der Harvard University. Obwohl sie kläglich scheiterte, wurde sie unter dem Begriff Soziobiologie bekannt.
In Sociobiology: The New Synthesis, erschienen 1975, behauptete Wilson, dass tierisches Verhalten eindeutig biologisch definiert sei. Der Evolutionstheorie verhaftet, glaubte er, dass spezielle Gene das menschliche und das tierische Verhalten steuern. Sein Experimentierfeld waren Insekten, denen er auch die ersten 26 Kapitel seines Buches widmete. Dann endlich, im 27. Kapitel, versuchte er seine „Ergebnisse“ auf Menschen zu übertragen. 1978 schließlich veröffentlichte er sein Buch Human Nature, in dem er behauptete, Gene seien verantwortlich für Verhaltensweisen wie Hass, Aggression, Xenophobie, Freundlichkeit, Homosexualität und die Verhaltensunterschiede zwischen Mann und Frau. All das beruhte jedoch nur auf Spekulation.
Keine seiner Thesen und keine These seiner Anhänger konnten jemals wissenschaftlich bestätigt werden. Im Gegenteil: Alle wissenschaftlichen Ergebnisse zu diesem Thema führten eher zu gegenteiligen Erkenntnissen.
Eine weitere unwissenschaftliche Behauptung Wilsons war, alle Lebewesen seien nichts weiter als Träger genetischer Informationen und ihre Aufgabe bestehe lediglich darin, Geninformationen an die nächste Generation weiterzugeben. Für ihn war Evolution gleichbedeutend mit Gen-Evolution. In seinem Buch Sociobiology: The New Synthesis drückt er sich folgendermaßen aus:
„Im darwinistischen Sinn lebt ein Einzelorganismus nicht für sich selbst. Seine Hauptaufgabe liegt nicht einmal darin, weitere Organismen zu erzeugen - er reproduziert Gene und dient als deren Zwischenträger. Jeder durch sexuelle Reproduktion entstandene Organismus ist eine einzigartige, akzidentielle Kombination aller Gene, die die jeweilige Spezies definieren. Die natürliche Selektion ist jener Prozess, in dessen Verlauf bestimmte Gene, die in verbessertem Zustand an der gleichen Chromosomenposition liegen, an die nächste Generation weitergegeben werden. Aber der jeweilige Einzelorganismus ist nur ein Transportmittel für diese Gene, Teil eines ausgeklügelten Plans, um sie mit dem biologischen Mindestgrad an Verwirrung zu erhalten und weiterzugeben. Der berühmte Aphorismus von Samuel Butler, dass das Küken nur ein Mittel für das Ei sei, ein weiteres Ei zu legen, scheint sich zu bewahrheiten: Der einzelne Organismus ist nur ein Mittel für die DNS, noch mehr DNS zu erzeugen.“182
Wilsons abenteuerliche Behauptungen waren ausschließlich Ergebnis seiner evolutionistischen Spekulationen. Sogar andere Evolutionisten wie zum Beispiel Stephen Jay Gould legten Widerspruch ein:
„Aber Wilson geht noch ein gutes Stück weiter. Sein 27. Kapitel ... ist in erster Linie eine ausführliche Spekulation über Gene, die angeblich menschliches Verhalten steuern, wie zum Beispiel Bosheit, Aggression, Xenophobie, Konformismus, Homosexualität und all die Verhaltensunterschiede zwischen Mann und Frau in westlichen Gesellschaften.“183
Aber erst mit dem evolutionistischen Zoologen Richard Dawkins erreichte die evolutionistische Spekulation über menschliches Verhalten einen bisher nicht übertroffenen und schier unglaublichen Höhepunkt.
Demzufolge sind die Hauptziele eines lebenden Organismus das Überleben und die Fortpflanzung - in seinen Worten: der Schutz der eigenen Gene und die Weitergabe an folgende Generationen. Das aber ist nichts weiter als Spekulation.
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Dawkins jedoch macht diesen Mythos zum Ausgangspunkt seiner Theorie und verkündet, dass es zwischen den Genen einen „Wettbewerb“ gebe. Dies verbreitete er in seinem Buch Das egoistische Gen:
Wenn man Dawkins glaubt, ist der Mensch nur ein gentragender Roboter. Der einzige Grund für seine Existenz wäre demzufolge die Reproduktion dieser Gene, damit sie in Konkurrenz mit anderen Genen treten und die Ergebnisse dieser Konkurrenz an zukünftige Generationen weitergeben können. Es ist offensichtlich, dass eine solche Theorie, die die Existenz der Seele leugnet und menschliche Lebewesen nur als Ergebnis eines mechanistischen Entwurfs begreift, völlig unrealistisch ist.
Nichtsdestotrotz befürwortet eine Reihe von Evolutionisten, die nach einer materialistischen Erklärung suchen, diese unwissenschaftliche Theorie von Dawkins. In seinem Buch Human Nature behauptet zum Beispiel Wilson, dass Zweck und Bedeutung der menschlichen Existenz nur durch Gene konstituiert werden:
„Keine Spezies, einschließlich unserer eigenen, hat einen Zweck, der über die Imperative der jeweiligen genetischen Geschichte (i.e. Evolution) hinausgeht ... Keine Spezies hat ein über ihre biologische Struktur hinausweisendes Ziel.“185
Die logische Schlussfolgerung dieser wissenschaftlich haltlosen Theorie ist: Wenn die Reproduktion der Gene der einzige Zweck ist und Menschen nur „Transportmittel“ für diesen Prozess sind, dann müssen sie so egoistisch und rücksichtslos wie möglich sein, und zwar im Interesse der Reproduktion ihrer Gene. Entsprechend Dawkins und seinen Verfechtern sind "egoistische" Gene in dieser Konkurrenz siegreich. In The Selfish Gene fasst Dawkins diese verdrehte darwinistische Veranschaulichung zusammen:
„Wir alle sind ebenso wie die Tiere nur Maschinen, die unsere Gene erschaffen haben. Ähnlich wie früher erfolgreiche Gangster in Chikago haben unsere Gene überlebt, in manchen Fällen Millionen von Jahren, in einer vom Wettbewerb geprägten Welt. Das berechtigt uns dazu, von unseren Genen einiges zu erwarten. Meines Erachtens müssen wir in erster Linie erwarten, dass rücksichtsloser Egoismus eine herausragende Eigenschaft eines erfolgreichen Gens ist. Und dieses egoistische Gen erzeugt zwangsläufig ein egoistisches menschliches Verhalten. Aber wie wir noch sehen werden, gibt es besondere Umstände, in denen ein Gen seine egoistischen Ziele am besten erreichen kann, indem es eine begrenzte Form des Altruismus bewahrt auf der Ebene eines einzelnen Tieres. „Besondere“ und „begrenzte“ sind wichtige Begriffe im vorhergehenden Satz. Denn vieles von dem, was wir uns ansonsten wünschen mögen, zum Beispiel umfassende Liebe oder Wohlergehen einer Spezies, sind Vorstellungen, die evolutionär keinen Sinn ergeben.“186
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In Wirklichkeit jedoch ist die Theorie vom egoistischen Gen völlig unlogisch und unsinnig, weil Dawkins und seine Gesinnungsgenossen Gene als Entitäten mit einem Willen und Bewusstsein beschreiben. Aber Gene sind nachweislich nur DNS-Stränge - spiralig geformte „Leitern“ von Nukleinsäuren, die zusammengehalten werden durch Kohlenhydrate und Phosphatelemente. Wie H2O (Wasser) oder H2SO4 (Schwefelsäure), ist auch die DNS ein Molekül. Und ebensowenig, wie man von „egoistischem“ Wasser oder von „eifersüchtiger“ Schwefelsäure sprechen kann, kann man von egoistischen Genen sprechen.
Die Evolutionisten beschreiben menschliche Lebewesen als eine Art Materiehaufen, innerhalb dessen sich irgendwie so etwas wie Vernunft entwickelt hat. Dass sie heutzutage diese Fähigkeit Genen zuschreiben, zeigt, wie inkonsistent mittlerweile die Evolutionstheorie geworden ist. Heute ist der Darwinismus an einem Punkt angelangt, an dem er Molekülen, ja sogar den sie aufbauenden Atomen Bewusstsein und Vernunft zuschreibt. Das ist im Kern nichts anderes als die Wiederkehr heidnischen Denkens, das an Götter aus Holz oder Stein glaubte.
Welch ein pseudowissenschaftlicher Unsinn! Erstens: Kein einziges Lebewesen in der Natur ist sich seiner Gene bewusst, schon deshalb kann es sich nicht verpflichtet fühlen, sie zu schützen. Zweitens: Kein Lebewesen kann wissen, dass seine eigenen Gene in seiner Nachkommenschaft weiterexistieren. Ergo gibt es auch keinen Grund, sich für die Nachkommenschaft aufzuopfern. Es ist schlicht unmöglich, dass Gene - nichts als unbewusste Molekülketten - ein Lebewesen auf diese Weise steuern können.
Darüber hinaus gibt es in der Natur viele Beispiele von Tieren, die sich nicht nur für ihre eigene Art mit ihren eigenen Genen aufopfern, sondern auch für andere Arten. Kein Evolutionist kann das erklären, weil sein ganzer Erklärungsansatz hinsichtlich der Gene schon völlig unsinnig ist.
Ebenso wenig ist dieses evolutionistische Erklärungsdilemma auflösbar, indem man behauptet, der Zwang, seine Nachkommenschaft zu schützen, sei im Genom von Lebewesen quasi eingebaut. Denn das führt lediglich zur Frage, wie denn bitte schön ein solch komplexes Verhalten Eingang in das Genom finden konnte? Die Evolutionstheorie ist nicht in der Lage, zu erklären, wie überhaupt auch nur ein einziges Gen zufällig ins Dasein treten kann. Deshalb ist es ihr auch nicht möglich, zu erklären, wie die entsprechenden Informationen Eingang in die Gene finden können. Dabei liegt die Antwort auf der Hand: Jede in den Genen gespeicherte Informationseinheit ist eine Schöpfung Gottes, der Quelle unbegrenzter Weisheit und des Wissens.
Mütter bringen für ihre Kinder Opfer, nicht wie es Evolutionisten uns es glauben machen wollten, um ihre Gene zu schützen, sondern aus dem Gefühl der Liebe, Zuneigung und Schutz. |
Tatsächlich ist es so, dass selbst Evolutionisten sich bewusst sind, dass die Evolutionstheorie nicht in der Lage ist, die menschliche Seele zu erklären. Der Evolutionist Robert Wallace schreibt in seinem Buch The Genesis Factor:
„Ich glaube nicht, dass der Mensch nur ein schlauer Egoist ist, dem nur an seiner genetischen Reproduktion gelegen ist. Zweifellos ist er das. Aber nur bis zu einem bestimmten Punkt, weil er viel mehr als das ist. Beweise dafür gibt es überreichlich. Man muss nur einmal im Leben den Canon in D-Dur von Johann Pachelbel gehört haben, um zu wissen, dass der menschliche Geist in unermessliche Tiefen reicht.“187
Wallace betont mit diesen Worten einen ungemein wichtigen Punkt. Dem Neodarwinismus zufolge ist der Mensch angeblich nur eine gen-transportierende Maschine. Für ein so verstandenes Wesen müsste es eigentlich unmöglich sein, Musik zu genießen, Freude aus einem Film zu gewinnen, geschweige denn, selbst einen zu drehen, ein Buch zu lesen oder gar zu schreiben, aus Büchern zu lernen oder Ideen auszutauschen. Menschen entsprechen in Wirklichkeit überhaupt nicht dem Menschenbild der Evolutionisten, und jeder weiß das von sich selbst. Kein Evolutionist kann jemals die Frage beantworten, wie und wieso eigentlich der Mensch ins Dasein gekommen ist, mit seinem Denkvermögen, seinen Gefühlen und seiner Lebensfreude - weil sie in Wirklichkeit nichts wissen über den Ursprung all dessen.
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... Allahs Werk, Der alles gut angeordnet hat... (Sure 27:88 – an-Naml) |
Die Erforschung des menschlichen Genoms ist zweifellos von unschätzbarem wissenschaftlichem Wert und hat wichtige Informationen über eine Reihe von Krankheiten zu Tage gefördert. Aber die in das Humane Genome Project eingebundenen Wissenschaftler und andere haben ständig vor dieser Interpretation gewarnt. Denn in Wirklichkeit spielen genetische Faktoren bei der Ausbildung von Charakter, Verhalten und Denken des einzelnen Menschen nur eine verschwindend geringe Rolle. In seinem Artikel The Human Genome Map: The Death of Genetic Determinism and Beyond, schreibt Mae-Wan Ho vom Institute of Science in Society:
„Die Anzahl unserer Gene ist viel zu gering, um die während des vergangenen Jahrzehnts aufgestellte Behauptung zu stützen, dass Gene nicht nur unseren organischen Aufbau bestimmen und unsere Krankheiten vorausprägen, sondern auch unsere Verhaltensmuster, unsere intellektuellen Fähigkeiten, unsere sexuellen Vorlieben oder möglicherweise kriminelles Verhalten.“188
Francis S. Collins, Direktor des National Human Genome Research Institute, stellt unmissverständlich klar, dass es nicht die Gene sind, die Menschen zu Menschen machen. In dem Artikel Heredity and Humanity: Have No Fear. Genes Aren't Everything, schreibt er:
„Glücklicherweise hat die zehnjährige Analyse des menschlichen Genoms hinreichende Beweise erbracht, dass die Furcht vor einem genetischen Determinismus unangebracht ist. Wir wissen dadurch definitiv, dass wir Menschen weitaus mehr sind als nur die Summe unserer genetischen Bausteine. Zweifellos spielen unsere Gene eine große, formbestimmende Rolle in der menschlichen Entwicklung und natürlich auch bei der Entstehung von Krankheiten. Aber die Untersuchung molekularer Strukturen mittels High Tech- ebenso wie mittels nicht minder wichtigen Low Tech- Analysen in der Zwillingsforschung lassen keinen Zweifel mehr daran, dass unsere Gene eben nicht die alles bestimmenden Faktoren unserer menschlichen Existenz sind.“189
Und sie werden dich über den Geist befragen. Sprich: "Der Geist ist eine Angelegenheit meines Herrn. Aber ihr habt nur wenig Wissen darüber." (Sure 17:85 – al-Isra) |
„Aber wie steht es mit nicht krankheitsbezogenen Charaktermerkmalen, wie zum Beispiel intelligentem und gewalttätigem Verhalten? Die Entdeckung einer Genvariation, die quasi für Gewaltanwendung zuständig wäre, hätte zweifellos immense Auswirkungen auf unser jahrtausendealtes Verständnis des freien Willens und würde unsere Gerechtigkeitsmaßstäbe in zweierlei und gleichermaßen gefährlicher Weise verändern. Wenn ein Verbrecher ein Gewalt-Gen in sich trüge, könnte nämlich sein Verteidiger eine entsprechende DNS-Analyse vorlegen („Es liegt an seinen Genen, also ist er freizusprechen!“), und schon würde ihn jeder Richter und jede Jury freisprechen müssen. Andererseits wäre es aber durchaus möglich, dass bei jemandem, der nicht einmal über ein Verbrechen nachgedacht hat, ein angebliches Gewalt-Gen entdeckt wird und er dadurch unter präsumtivem Schuldverdacht stünde, und zwar für den Rest seines Lebens. Womöglich würde er dann in eine moderne Lepra-Kolonie verschickt.
Selbst wenn unsere Gene tatsächlich unser Verhalten steuern würden, stünden nicht nur unser Rechtssystem und der rechtliche Schutz für alle Mitglieder der Gesellschaft zur Disposition. Wie zum Beispiel könnte dann unser Konzept der Gleichheit der Gelegenheiten noch aufrechterhalten werden? Und was wäre mit dem Leistungsgedanken? Man denke nur an die grauenhafte Genetokratie aus dem Film Gattaca ... einer Welt, in der Kinder unmittelbar nach ihrer Geburt Kasten zugewiesen werden, entsprechend ihrer DNS-definierten Intelligenz und Berufseignung.“190
In seinem Artikel kritisiert Collins die abstruse Vorstellung eines genbestimmten menschlichen Verhaltens anhand eines Zitats:
„Bei alledem muss ich immer an einen metaphorischen Vergleich des Biologen Johnjoe McFadden denken: Die Suche nach Genen, die unser gesamtes Verhalten und die Hervorbringungen unseres Geistes angeblich prädisponieren, wäre gleichbedeutend mit dem Bemühen, zwischen den Seiten einer Violine und den Tasten eines Klaviers Beethovens Krönungskonzert zu entdecken. Aber das menschliche Genom muss man sich vorstellen als ein riesengroßes Orchester, in dem jedes einzelne unserer etwa 30.000 Gene nur eines der Instrumente ist in dem wundervollen Konzert der Molekularbiologie. Jedes davon ist unverzichtbar und beteiligt am gesamten und hochkomplizierten Klangvolumen des Orchesters. Jedes einzelne Gen ist so unverzichtbar wie ein Musikinstrument, aber hier für die Entwicklung des menschlichen Gehirns, und es muss „gestimmt“ sein, um funktionierende Neuronen und Neuronentransmitter zu ermöglichen. Aber aus einem Gen entsteht ebenso wenig Vernunft, wie aus einer Violine oder einer Piccoloflöte eine Sonate entsteht.“191
Siehe, Allah vergibt es nicht, dass Ihm Götter zur Seite gesetzt werden. Doch im übrigen vergibt Er alles, wem Er will. Wer Allah Götter an die Seite setzt, der ist weit abgeirrt. (Sure 4:116 – an-Nisa) |
„Für viele unter uns gibt es noch einen weiteren gewichtigen Grund, weit entfernt von der meist mechanistischen Denkweise der Wissenschaft, um die Vorstellung zurückzuweisen, dass die DNS die alleinige Substanz unseres Menschseins ist. Es ist der Glaube an eine höhere Kraft oder Intelligenz ... Für die meisten Wissenschaftler und Schriftsteller gilt er als Aberglaube. [Was ein großer Irrtum ihrerseits ist!). Richard Dawkins zum Beispiel glaubt entdeckt zu haben, dass „wir von der DNS konstruierte Maschinen sind, deren einziger Zweck darin besteht, Kopien von sich selbst anzufertigen ... Darin liegt die einzige Existenzberechtigung jeglichen Lebewesens.“ Tatsächlich? Gibt es wirklich nicht mehr über den Menschen zu sagen, als dass er sich von Bakterien oder Schnecken unterscheidet?
Können die Genforschung und die Molekularbiologie wirklich an die Stelle treten all des Wissens um die Frage von richtig oder falsch, das es in allen menschlichen Hochkulturen zu allen Zeiten gegeben hat? Kann sie für jene selbstlose Form der Liebe verantwortlich sein, die die alten Griechen agape nannten? Kann sie erklären, was Menschen dazu bringt, sich für andere Menschen zu opfern, obwohl sie dadurch ihre eigene DNS aufs Spiel setzen? Das meiste von dem, was uns evolutionistische Biologen an Erklärungsmodellen für menschliches Verhalten und die angebliche Rolle der Gene dabei anbieten, klingt in unseren Ohren ziemlich hohl.
Mittlerweile ist die Behauptung, dass nur die Wissenschaft alle Geheimnisse unserer Existenz in Händen hält, zu einer eigenen Religion geworden ... Gewiss: Die Wissenschaft ist der einzige Weg, um die Natur zu verstehen. Aber sie liefert uns keine Anhaltspunkte für die Leugnung der Tatsache, dass es Aspekte der menschlichen Identität außerhalb der Natursphäre und somit außerhalb der Wissenschaftssphäre gibt.“192
Wie Collins anmerkt, können Molekülketten aus Kohlenstoff-Wasserstoff-Stickstoff-Sauerstoff-Elementen unmöglich einen Menschen ausstatten mit Gefühlen wie Liebe, Hingabe, Kunstgenuss, Entspannung, Muttergefühlen, Begierde oder Opferbereitschaft. Wenn es die Seele nicht gibt, ist der Mensch nur noch Fleisch und Knochen. Gene sind selbst nur materielle Entitäten, die es nicht ermöglichen, dass ein Haufen Fleisch und Knochen denkt, mathematische Formeln entwickelt, sein Essen genießt, einen lang nicht gesehenen Freund vermisst oder ein Bedürfnis nach Schönheit hat. Jedes menschliche Wesen ist von Gott erschaffen, jeweils verschieden und unabhängig von Körper, Gehirn, Zellen und Genen. Das hat uns Gott schon im Quran offenbart:
Gott hat dem Menschen Seine eigene Seele eingehaucht. Die evolutionistischen Materialisten jedoch, die die Existenz Gottes und die den Menschen von Ihm verliehenen göttlichen Eigenschaften leugnen, versuchen die Lüge zu verbreiten, dass die Menschen ausschließlich von ihren Genen gesteuert seien - was im Hinblick auf die menschliche Seele unmöglich der Fall sein kann, was auch immer die Evolutionisten behaupten mögen.Der, Der alle Dinge aufs Beste erschaffen hat. Zunächst formte Er den Menschen aus Lehm; dann bildete Er seine Nachkommen aus dem Tropfen einer verächtlichen wässerigen Flüssigkeit; dann formte Er ihn und blies von Seinem Geist in ihn. Und Er gab euch Gehör, Gesicht, Gefühl und Verstand. Wenig Dank erweist ihr Ihm! (Sure 32:7-9– al-Sadschda)
Genau betrachtet, ist diese Behauptung auch keineswegs neu. Quer durch die Geschichte, war sie stets bekannt unter dem Begriff Heidentum. In ganz ähnlicher Weise, in der in der Frühgeschichte aus Stein oder Holz Götterfiguren hergestellt und verehrt wurden, verehren heutzutage die Verfechter der Evolutionstheorie die Auffassung, dass Gene die Schöpfer allen Lebens seien. (Gott ist sicherlich erhaben darüber.) Diese primitive und dogmatische Theorie, die dem Darwinismus endgültig wissenschaftliche Weihen verschaffen sollte, ist durch die neuesten Forschungen endgültig widerlegt worden. Selbst Collins, der wohl weltweit berühmteste Genforscher, gesteht offenherzig, dass es die Macht der Gene nicht gebe, weil die Entstehung menschlicher Lebewesen metaphysischer Natur sei.
Das Heidentum hat schon immer materiellen Substanzen göttlichen Status zugeschrieben und diese Auffassung hat Jahrtausende lang geherrscht. Die Evolutionisten heutiger Provenienz sind seine Erben. Im Quran hat uns Gott offenbart, was mit den Anhängern des Heidentums geschehen wird:
In einem weiteren Vers hat uns Gott im Hinblick auf diesen Irrglauben offenbart:Jedoch, sie nehmen sich außer Ihm andere Götter, die nichts erschaffen haben, sondern selber erschaffen wurden, und die weder sich zu schaden oder zu nützen vermögen, noch Macht über Leben oder Tod oder Auferweckung haben. (Sure 25:3– al-Furqan)
Gottes Befehl an jeden vernunftbegabten Menschen lautet:Sprich: „Ruft nur diejenigen an, die ihr euch neben Ihm vorstellt. Sie sind doch außerstande, euch von dem Übel zu befreien oder es abzulenken." (Sure 17:56– al-Isra)
„Und rufe nicht neben Gott an, was dir weder nützen noch schaden kann; denn tätest du es, gehörtest du zu den Frevlern.“ (Sure 10:106– Yunus)