DIE URSACHE FÜR ERMORDUNG VON 350 MILLIONEN LEUTE IN EUROPA IST DARWINISMUS — DIE RELIGION DES SATAN

EINLEITUNG


Das 20. Jahrhundert war eines der dunkelsten und tödlichsten in der Geschichte der Menschheit. Millionen Menschen fielen dem Völkermord durch Diktatoren wie Hitler, Stalin, Pol Pot und Idi Amin zum Opfer. Hitler ließ alle, die er für „nutzlos“ hielt, in Gaskammern ermorden. In westlichen Staaten - von Großbritannien bis Deutschland, von den USA bis Schweden - wurden Hunderttausende zwangssterilisiert oder dem Tod überantwortet, weil sie krank, verkrüppelt oder alt waren. In der ganzen Welt wurden Menschen im Namen eines rücksichtlosen Wettbewerbs unterdrückt und ausgebeutet. Der Rassismus wurde in einigen Staaten zur offiziellen Politik erklärt und andere Rassen nicht mehr als menschlich anerkannt. Wegen der Konflikte und der heißen und kalten Kriege zwischen Osten und West, wurden die Völker der Kommunist- und Kapitalistländer und die sogar Brüder, eines anderen Feinde einer.Noch immer weitgehend unverstanden ist das ideologische Fundament für all den Hass, die Feindseligkeit, die Kriege und das Völkermorden im 20. Jahrhundert. Der Grundstein dafür wurde gelegt von dem britischen Wirtschaftswissenschaftler Thomas Malthus. Seinem Gedankengebäude fügte ein weiterer Brite, der Soziologe Herbert Spencer, weitere Bausteine hinzu. Vervollständigt jedoch wurde dieses aberwitzige Denken von einem weiteren Briten, Charles Darwin.
Dieses Trio scherte sich nicht Weise um religiöse, moralische Werte wie Kooperation, Altruismus, Schutz der Armen und Schwachen, und nicht um die Gleichheit aller Menschen. Ganz im Gegenteil: Sie verbreiteten die Theorie, das Leben sei ein einziges Schlachtfeld, weshalb Unterdrückung und Vernichtung der Schwachen und Armen sowie sogenannter „minderwertiger“ Rassen gerechtfertigt seien. Für sie galt das Überleben des Stärkeren als der Motor des menschlichen Fortschritts.
Mit der Evolutionstheorie versuchte Darwin, diese Philosophie des Egoismus mit der Naturwissenschaft zu verknüpfen. Unter Leugnung der von Gott gestifteten Kooperation und Solidarität in der Natur behauptete er, alle Lebewesen befänden sich in einem rücksichtslosen Kampf ums Überleben. Obwohl es für diese Behauptung keinerlei wissenschaftliche Beweise gab, übertrug er sie auf die menschliche Gesellschaft. Damit war der Sozialdarwinismus als Ideologie geboren.
Manche glauben, der Sozialdarwinismus sei in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden und habe während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wieder an Einfluss verloren. Aber diese Theorie hat wesentlich weiterreichende, anhaltende und zerstörerische Wirkungen erzielt. Mit ihr hat sich im totalen Widerspruch zu allen religiösen, moralischen Werten eine völlig verdrehte Weltsicht verbreitet, der zufolge das Leben nur ein einziger Kampf ums Überleben ist, demzufolge die Menschen in diesem Kampf gegeneinander siegen müssen, um zu überleben. In dieser Weltsicht wurzeln der Totalitarismus und solch blutige Ideologien wie Faschismus und Kommunismus und auch der Kapitalismus. Damit einhergehend, kam es zu sozialer Ungerechtigkeit, zu Rassismus, ethnischen Konflikten, moralischem Verfall und vielen anderen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Der Sozialdarwinismus bot eine angebliche wissenschaftliche Rechtfertigung für viele Rücksichtslosigkeiten, die die Leben der Armen als unwichtig betrachteten.
Wie aus dem Nichts verschaffte der Sozialdarwinismus bereits existierenden Übeln, rücksichtsloser Politik und Lebenspraktiken ein wissenschaftliches Mäntelchen. Fortan konnten sich viele Menschen auf diese unwissenschaftliche Theorie berufen, wandten sich von den religiösen, moralischen Werten ab und betrachteten Rücksichtslosigkeit, Barbarei und Grausamkeit als durchaus normal. Sie leugneten die Wahrheit, dass die religiösen, moralischen Werte nicht lebbar sind ohne Tugenden wie Mitleid, Zuneigung, Verständnis, Selbstaufopferung, Solidarität und wechselseitige Unterstützung der Individuen und Gesellschaften. Verbrecher konnten so ihrer Grausamkeit eine Legitimation liefern, die in Wirklichkeit auf einer Täuschung beruhte.
In dem vorliegenden Buch werden wir zwei Sachverhalte untersuchen und belegen. Erstens die Gefahren, die aus einer Erziehung der Jugend im Geist des so weit verbreiteten Darwinismus resultieren und die allen Menschen drohen, die sich ihrer entweder nicht bewusst sind oder sie unterschätzen. Zweitens werden wir uns auseinandersetzen mit dem falschen Argument, dass Darwins Evolutionstheorie nichts mit dem Sozialdarwinismus zu tun habe. Denn es ist so, dass ein „Ja“ zum Darwinismus zugleich ein „Ja“ zum Sozialdarwinismus ist.Wir werden dabei aufzeigen, dass die Evolutionstheorie, in der Menschen nur als höher entwickelte Tiere gelten, ein gigantischer Denkfehler ist - beruhend auf Rücksichtslosigkeit, Lieblosigkeit, Eigennutz und Selbstsucht. Der Darwinismus versucht eine Welt zu konstruieren, in der Menschen sich verhalten und leben wie Tiere. Das geht aus seinem Gedankengebäude und dessen praktischen Konsequenzen eindeutig hervor. Seiner perversen Sichtweise zufolge, ist es völlig in Ordnung, wenn ältere, verarmte Menschen aus ihrem Haus vertrieben und getötet werden, und es ist auch in Ordnung, wenn behinderte Menschen fortgeschafft und in Konzentrationslagern ermordet werden. Dieser völlig verdrehten Denkweise zufolge, dürfen Angehörige der „unteren“ Gesellschaftsklassen rücksichtslos verfolgt, ausgebeutet und beseitigt werden. All jene, die davon überzeugt sind, dass die menschliche Gesellschaft nur mit Hilfe derartiger Praktiken fortschreiten kann, halten Gemetzel, Genozid, Grausamkeit und Rücksichtslosigkeit für ein Erfolgsrezept. Sie behaupten allen Ernstes, alle Individuen, Gesellschaften, Kulturen und Nationen, die damit nicht mithalten können, müssten eliminiert werden.
Zweifellos ist dies eine ausgesprochen perverse und gefährliche Denkweise. Sich dieser Gefahr bewusst zu werden, ist unumgänglich für alle, die sich dieser Theorie und ihren Konsequenzen widersetzen wollen. Alle auf dem Darwinismus beruhenden Gesellschaftsmodelle führen zwangsläufig zu schrecklichen Katastrophen. Im Gegensatz dazu bringen die moralischen Werte, die Gott den Menschen im Quran offenbart hat, Frieden und Zufriedenheit mit sich.

SOZIALDARWINISMUS


Rassendiskriminierung und Rassismus, ungleicher Wettbewerb, Unterdrückung der Armen, Ausbeutung der Schwachen durch die Starken und die Auffassung, dass Macht alles rechtfertigt - diese Übel ziehen sich durch die ganze Geschichte. Vor Jahrtausenden schon, zur Zeit des Propheten Moses (a.s), hielt sich der Pharao wegen seines Reichtums und seiner machtvollen Armee für unüberwindlich. Er wies die Propheten Moses (a.s) und Aaron (a.s) ab und wollte sie töten lassen, obwohl sie klar und deutlich die Wahrheit sagten. Darüber hinaus verfolgte er eine unterdrückerische Politik, spaltete sein eigenes Volk in Klassen auf, quälte das Volk der Israeliten in seiner Gefangenschaft und ließ dessen junge Männer töten, um das ganze israelitische Volk auszulöschen. Im Quran werden die Verbrechen des Pharao wie folgt beschrieben:
Fürwahr, Pharao war überheblich im Lande und spaltete sein Volk in Klassen. Einen Teil von ihnen unterjochte er, indem er ihre Söhne abschlachtete und nur ihre Frauen am Leben ließ. Er war wirklich einer derer, die Verderben stiften. (Sure 28:4 - al-Qasas)
Bin ich etwa nicht besser als dieser Verächtliche da, der sich kaum verständlich machen kann? (Sure 43:52 - az-Zukhruf)
Und kehrt euch reuig euerem Herrn zu, und ergebt euch Ihm...(Sure 39:54– az-Zumar)
Und zum Erbe gaben Wir dem Volk, das für schwach erachtet worden war, den Osten und Westen des Landstrichs, den Wir gesegnet hatten... (Sure 7:137– al-A'raf)
Aber Ägypten war beileibe nicht die einzige Gesellschaft, in der nur die Macht zählte, Menschen in Klassen aufgeteilt waren, für “minderwertig“ gehaltene Menschen unterdrückt und unmenschlich behandelt wurden. Derartige Gesellschaften gibt es bis in die heutige Zeit.
Im 19. Jahrhundert jedoch erreichte die Inhumanität eine neue Dimension. Bis dahin wurden solche Politik und Maßnahmen immerhin noch als grausam betrachtet, aber plötzlich wurde all das als „normal“ und „naturgesetzlich“ definiert. Wie konnte es zu einer derartigen Pervertierung kommen?
Die Evolutionstheorie von Charles Darwin wurde dargelegt in seinem Buch The Origin of Species (Der Ursprung der Arten). Es erschien 1859 und enthielt eine Reihe wilder Spekulationen über den Ursprung des Lebens, die später zu einem nahezu wahnhaften Weltbild führten – ohne jegliche wissenschaftliche Beweise. Kern dieser verworrenen Philosophie war die Leugnung der göttlichen Schöpfung und die Behauptung, nur der Zufall habe dazu geführt. Von da an galten Menschen nur noch als Höherentwicklung von Tieren und das Leben wurde als ständiger Überlebenskampf gesehen.
Darwins Evolutionstheorie hatte Vorläufer, die im damals noch primitiven Wissenschaftsverständnis des 19. Jahrhunderts wurzelten. Schon 50 Jahre vorher, im Jahr 1798, hatte Thomas Malthus ähnliche Thesen vorgetragen in seinem Buch Essay on the Principle of Population (Aufsatz über das Prinzip von Populationen).In diesem Buch behauptete Malthus, dass das Bevölkerungswachstum wesentlich schneller verlaufe als die Nahrungsmittelproduktion und dass man deshalb das Bevölkerungswachstum kontrollieren müsse. Malthus vertrat die Auffassung, dass Kriege und Epidemien dabei eine regulierende Wirkung hätten und insofern zu begrüßen seien. Damit vertrat er als erster die Theorie vom Überlebenskampf. Entsprechend dieser Behauptung, fern von menschlichen Werten, sollten die Armen dieser Welt nicht geschützt, sondern unter möglichst unmenschlichen Bedingungen gehalten werden, um sich nicht vermehren zu können. Die knapper werdenden Nahrungsreserven hingegen sollten der herrschenden Klasse vorbehalten bleiben. Eine derartige Theorie der angeblich notwendigen Grausamkeit kann bei jedem Menschen mit gesundem Menschenverstand und einem Gewissen nur Abscheu hervorrufen. Umso mehr, als alle religiösen, moralischen Werte von uns verlangen, unsere helfende Hand für die Armen und Bedürftigen auszustrecken. Doch Malthus und sein Nachfolger Darwin forderten allen Ernstes, diese Menschen solle man ruhig sterben lassen.
Einer der ersten, die sofort diese wahrhaft unmenschlichen Gedanken aufgriffen, war der britische Soziologe und Philosoph Herbert Spencer. Sogar die Formulierung “Überleben des Stärkeren”, die Darwins Denken in aller Kürze zusammenfasst, stammt in Wirklichkeit von ihm. Er ging soweit, zu fordern, dass die „Ungeeigneten“ ausgelöscht werden sollten. Zitat: „Wenn sie hinreichend ausgestattet sind, um zu leben, sollen sie auch durchaus leben. Wenn sie aber nicht hinreichend ausgestattet sind, um zu leben, sterben sie, und dann ist es am besten so.“ 1 Aus der Sicht Spencers sollten alle Armen, Ungebildeten, Kranken, Verkrüppelten und Nichterfolgreichen sterben, und sein Bemühen ging dahin, den Staat daran zu hindern, Gesetze zum Schutz dieser Menschen zu erlassen.
Spencer mangelte es völlig an Mitgefühl für Menschen, die bei anderen so etwas wie Mitleid oder Schutzbedürfnis erweckt hätten. Stattdessen suchte er nach Wegen, sie loszuwerden. Der amerikanische Historiker Richard Hofstadter hat das in seinem Buch Darwinism in American Thought (Der Darwinismus im amerikanischen Denken) folgendermaßen kommentiert:
Spencer beklagte nicht nur Gesetze zum Schutz der Armen, sondern auch staatliche Ausbildungshilfe, Hygienevorsorge außer Seuchenverhütung, Regulierung von Wohnbedingungen und selbst staatlichen Schutz vor Quacksalbern.2
Darwin, der außerordentlich beeindruckt war von den rücksichtslosen Ansichten von Malthus und Spencer, vertrat in seinem Buch Der Ursprung der Arten die Ansicht, dass sich alle Lebewesen durch natürliche Selektion entwickelt hätten. Er selbst war kein Wissenschaftler, sondern eine Art Hobby-Biologe. Zu seiner Zeit konnte man unter den damals noch primitiven Mikroskopen nicht viel mehr als verschwommene Kleckse entdecken, und die Mendelschen Vererbungsgesetze waren noch gar nicht entdeckt. Seine Evolutionstheorie entwickelte er also unter unzureichenden wissenschaftlichen Bedingungen und als wissenschaftlicher Amateur. So kam er zur unwissenschaftlichen Theorie, dass in der Natur alles nach dem Prinzip der natürlichen Selektion der jeweils Stärksten abläuft. Dieser auf völlig falschen Voraussetzungen beruhenden Theorie zufolge galt ihm das ganze Leben als ein Werk des Zufalls. Deshalb verneinte er die göttliche Schöpfung. (Gott ist erhaben darüber.) Nach Erscheinen von The Origin of Species (Der Ursprung der Arten) verfolgte er seine falsche Theorie weiter in dem Buch The Descent of Man (Die Abstammung des Menschen). Dort legte er dar, dass die von ihm so genannten unterentwickelten Rassen schon in naher Zukunft aussterben und die höherentwickelten Rassen sich weiter entwickeln und siegen würden. Durch seine Übertragung der Evolutionstheorie auf die menschliche Gattung und weitere ähnliche Schriften wurde Darwin auch zum Stammvater des Sozialdarwinismus.



Darwins irrige Behauptung, untermauert durch seine unwissenschaftliche Theorie, dass der Schwache und Machtlose unterdrückt werden muss,  ist einer der Hauptfaktoren hinter der Verbreitung von Ungleichheit und Ungerechtigkeit.
Seine Anhänger setzten sein Werk lediglich fort. Die bekanntesten Befürworter und Praktiker des Sozialdarwinismus waren Herbert Spencer und Darwins Vetter Francis Galton in England, sowie der amerikanische Forscher William Graham Sumner und der Darwinist Ernst Haeckel in Deutschland - und später gnadenlose faschistische Rassisten wie Adolf Hitler.
Schon bald wurde die Ideologie des Sozialdarwinismus zu einem ideologischen Instrument der Selbstrechtfertigung für Rassisten, Imperialisten, Kapitalisten und Politiker, die ihre Pflicht zum Schutz der Armen und Bedürftigen nicht erfüllten. Fortan konnten sie im Namen des pseudowissenschaftlichen Sozialdarwinismus alles als menschlichen Fortschritt bezeichnen, was in Wirklichkeit Unterdrückung der Schwachen, Armen und sogenannten „minderwertigen“ Rassen, Auslöschung der Kranken und Behinderten sowie kleiner Unternehmen durch Großkonzerne war. Der Mangel an Mitleid und Gewissen im Kontext des Sozialdarwinismus wurde einfach als naturgegebener Pfad der sogenannten Evolution dekretiert.
Insbesondere rechtfertigten vor allem amerikanische Kapitalisten das von ihnen geschaffene Klima des hemmungslosen Wettbewerbs zu ihren Gunsten mit Darwin-Zitaten. Aber natürlich war dies nichts anderes als ein gigantisches Täuschungsmanöver. Es ging ihnen in Wirklichkeit nur darum, ihrem gnadenlosen Konkurrenzdenken ein wissenschaftliches Mäntelchen umzuhängen. Andrew Carnegie zum Beispiel, einer der Großkapitalisten der damaligen Zeit, hat 1889 in einer Rede folgendes geäußert:
„Der Preis, den die Gesellschaft bezahlt für das Gesetz des Wettbewerbs ist ebenso groß wie der, den sie für Annehmlichkeiten und Luxus bezahlt. Aber die Vorteile des Konkurrenzprinzips überwiegen die von ihm erzeugten Kosten - denn wir verdanken ihm unsere wundervolle technische Entwicklung, die uns so viele Vorteile bringt ... Wenngleich das Konkurrenzprinzip manchmal hart für die Individuen sein mag, ist es jedoch vorteilhaft für den Erhalt der menschlichen Gattung, weil es in allen Bereichen das Überleben des Stärkeren fördert. Deshalb akzeptieren und begrüßen wir es als Bedingung, der wir uns unterwerfen müssen, zusammen mit ungleichen Lebensbedingungen und der Konzentration der Wirtschaft und des Reichtums in den Händen weniger, weil dies nicht nur nützlich, sondern auch unerlässlich ist für die Zukunft der Menschheit.“3
Gemäß dem Sozialdarwinismus ist das einzige Ziel einer Rasse ihre physische, wirtschaftliche und politische Entwicklung. Verglichen damit gelten individuelles Wohlbefinden und Glück, Frieden und Sicherheit als unwichtig. Ebenfalls nicht gefragt ist Mitleid mit Leidenden und Hilferufenden, für alle, denen es an Nahrung, Arzneimitteln und Schutz für ihre Kinder, Familien, Eltern und Großeltern mangelt, für die Alten und Machtlosen. Im Zusammenhang der sozialdarwinistischen Theorie gilt jemand, der arm, aber moralisch aufrecht durchs Leben geht, als wertlos, weshalb sein Tod als nützlich für die Gesellschaft gilt. Reich, aber moralisch verdorben zu sein, gilt hingegen als äußerst wichtig für die Fortentwicklung der Rasse, und - egal unter welchen Bedingungen - solche Individuen gelten als wertvoll. Aber diese abstruse Auffassung hat den Sozialdarwinismus in eine geistige und moralische Sackgasse gebracht. Schon 1879 enthüllte der amerikanische Sozialdarwinist William Graham Sumner unfreiwillig den Lug und Trug dieser Theorie:
„... können wir dieser einzigen Alternative nicht entkommen: Freiheit, Ungleichheit, Überleben des Stärkeren; Unfreiheit, Gleichheit, Überleben der Schwächsten. Erstere Alternative treibt die Gesellschaft nach vorn und begünstigt ihre besten Angehörigen; letzere hingegen verhindert den gesellschaftlichen Fortschritt und begünstigt die gesellschaftlich Schwachen.4

Die Nazis sterilisierten zuerst Kinder mit geistigen oder vererbten Krankheiten und später begannen sie, sie in die Gaskammern zu schicken. Selbst wenn Kindern nur ein Daumen fehlte, wurden sie Ziel des eugenischen Tötens.
Die blutrünstigsten Anhänger des Sozialdarwinismus waren allesamt Rassisten, unter ihnen waren zweifellos die gefährlichsten die Nazi-Ideologen unter ihrem Wortführer Adolf Hitler. Die schlimmsten Folgelasten des Sozialdarwinismus haben die Nazis zu verantworten, weil sie begannen, der Forderung von Francis Galton zu folgen und die Eugenik anzuwenden, deren Ziel die Ausrottung „lebensunwerten Lebens“ zwecks Züchtung „höherwertiger“ Menschen war. Auch vor Völkermord schreckten sie nicht zurück und sie beriefen sich auf Aussagen des Darwinismus, um ihre Verbrechen zu legitimieren. Dem Rat darwinistischer Wissenschaftler folgend, ermordeten sie Millionen von Juden, Zigeunern und Osteuropäern, die als „rassisch minderwertig“ klassifiziert wurden. In Gaskammern wurden Geisteskranke, Behinderte und ältere Menschen ermordet. Mitten im 20. Jahrhundert wurden vor den Augen der Welt im Namen des Sozialdarwinismus Abermillionen Menschen ermordet.
Eine weitere folgenschwere Weiterentwicklung des Sozialdarwinismus war die von Galton angeführte Strömung der Eugenik. Ihre Anhänger vertraten die Auffassung, dass man die natürliche Selektion durch künstliche Selektion beschleunigen müsse, um so im Ganzen die Entwicklung der Menschheit voranzutreiben. Deshalb befürworteten sie die Zwangssterilisation bei „überflüssigen“ Menschen in zahlreichen Ländern, von Schweden bis zu den USA. Hunderttausende wurden gegen ihren Willen und ohne Einverständnis ihrer Angehörigen operiert. Die mit Abstand grausamste Form von Eugenik praktizierten die deutschen Nazis, die verkrüppelte, Geisteskranke oder mit Erbkrankheiten geborene Menschen sterilisierten. Damit nicht genug, wurden auch Hunderttausende ermordet, häufig nur, weil ihnen Gliedmaßen fehlten.
Derartige Grausamkeiten sind absolut unvereinbar mit religiös begründeter Moralität. Gott hat den Menschen aufgetragen, die Bedürftigen zu schützen und zu ernähren. Wir sollen die Bedürfnisse der Armen stillen, Behinderten mit Anteilnahme und Mitgefühl begegnen und ihre Rechte achten, sowie Zusammenarbeit und Solidarität innerhalb der Gesellschaft fördern. Wer diese moralischen Gebote Gottes missachtet, treibt sich selbst und die Gesellschaft in eine Katastrophe.
Eine weitere Katastrophe, die auf das Konto des Sozialdarwinismus geht, ist der Kolonialismus. Eine ganze Reihe von imperialistisch-kolonialistischen Politikern hat ihre erbarmungslose Ausbeutung der Bevölkerung in den kolonialisierten Ländern bar jeglicher wissenschaftlichen Begründbarkeit mit darwinistischen Thesen legitimiert. Dazu brauchten sie nur zu behaupten, dass „minderwertige“ Rassen eben nur unter der Knute „höherwertiger“ Rassen überleben könnten, weil dies den von ihnen erfundenen „Naturgesetzen“ entspräche.
Mit Hilfe der trügerischen Logik des Sozialdarwinismus versuchten die Kontrahenten der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts diese Kriege als unvermeidlich darzustellen. Die Ermordung von Unschuldigen und Armen, die Vernichtung ihrer Häuser, Felder und Nutztiere, ihre Vertreibung, das unmenschliche Gemetzel an Babies und Kindern - all das diente angeblich dem Fortschritt der Menschheit.
Mit einem Wort: Der Sozialdarwinismus war jene Ideologie, die im 19. und 20. Jahrhundert Millionen von Menschenleben gefordert hat. Durch ihn haben sogar schon Jahrhunderte vorher begangene Verbrechen eine späte Rechtfertigung gefunden. In seinem Buch The Mismeasure of Man gibt der kürzlich verstorbene evolutionistische Paläontologe Stephen Jay Gould in einem Kommentar zu Darwins The Origin of Species darüber Auskunft:
„Unter der Flagge der Wissenschaft konnten fortan Argumente für die Sklaverei, den Kolonialismus, Rassendiskriminierung, Klassenstrukturen und Geschlechterrollen ungehindert daher marschieren.“5
Darwin selbst war Sozialdarwinist

Darwins Buch Die Abstammung des Menschen
Wieviel Mühe sich heutige Evolutionisten auch geben mögen, um den Ruf Darwins so fern wie möglich von all dem Leid zu halten, die der Sozialdarwinismus über die Menschheit gebracht hat, es ändert nichts daran, dass Darwin selbst eindeutig sozialdarwinistische Formulierungen benutzt hat, vor allem in seinem Buch The Descent of Man (Die Abstammung des Menschen) und späteren Schriften. Schon 1869 schrieb er in einem Brief an Hugo Thiel, dass er nichts einzuwenden habe, wenn seine Theorie auch auf die menschliche Gesellschaft angewendet würde:

Das Buch von Benjamin Wiker Moral Darwinism
„Sie können mir glauben, dass ich außerordentlich interessiert daran bin an Ihrem Versuch, die von mir bei der Entwicklung der Arten beobachteten Kriterien auch auf moralische und soziale Fragen anzuwenden.“6
Der Dozent für Theologie und Wissenschaft an der Franciscan University und Verfasser von Moral Darwinism: How we became Hedonists (Moralischer Darwinismus: Wie wir zu Hedonisten wurden), Benjamin Wiker, hält Darwin für einen Sozialdarwinisten, und er begründet dies so:
„Ob es gefällt oder nicht - Tatsache ist, dass Darwin selbst einer der ersten Sozialdarwinisten und Stammvater der modernen Eugenik-Bewegung war. Denn Sozialdarwinismus und Eugenik sind nur eine logische Fortsetzung seines Prinzips der natürlichen Selektion. Meines Erachtens ist der wahre Grund für viele Leute, diesen Zusammenhang zu leugnen, dass sie den Darwinismus unbefleckt von seinen moralischen Implikationen stehen lassen wollen. Aber es gibt diesen eindeutigen Zusammenhang, nicht nur in seinen Schriften, sondern vor allem deutlich erkennbar anhand all der schrecklichen Folgen seiner Theorie, zu denen es in den 150 Jahren seit ihrer Veröffentlichung gekommen ist.“7



Die Auffassung des Krieges als nötiges Mittel für den Fortschritt der Rassen oder Nationen ist ein Ergebnis der darwinistischen Philosophie, welche eine derartige Zerstörung anrichtete. Während des 2. Weltkrieges (seit jeher einer der blutigsten Kriege) zertrümmerte französische Strassen sind Beweise dafür.
Wie in den folgenden Kapiteln zu lesen sein wird, gibt es eine ganze Reihe von Aussagen Darwins, in denen er sich selbst als Urheber des Sozialdarwinismus zu erkennen gibt. Die heutigen Evolutionisten ignorieren diese Tatsache gerne, weil sie natürlich die verhängnisvollen Auswirkungen des Sozialdarwinismus im 20. Jahrhundert kennen. Tatsache bleibt jedoch, dass Rassismus, Diskriminierung und Konkurrenz - fundamentale sozialdarwinistische Kategorien - untrennbare Bestandteile der Evolutionstheorie sind. Ob die Evolutionisten dies akzeptieren, spielt keine Rolle. Jede Theorie, in der menschliche Lebewesen als Produkte des Zufalls und als höher entwickelte Tiere gelten, jede Theorie, die behauptet, dass manche Rassen anderen gegenüber „minderwertig“ seien und deshalb den Tieren näher stünden als den Menschen, dass der Fortschritt der Menschheit nur durch Unterdrückung der Schwachen durch die Starken möglich sei - eine solche Theorie muss zwangsläufig tragische Konsequenzen haben. Das Versteckspiel der Evolutionisten mit dem Sozialdarwinismus verschleiert nur das Problem. Deshalb bleibt zu hoffen, dass alle, die sich von der Evolutionstheorie haben blenden lassen, erkennen, dass sie wissenschaftlich am Ende ist.
Der Fehler, Naturgesetze auf den Menschen zu übertragen

Die primitiven Mikroskope in der Zeit von Darwin übermittelten den Eindruck, dass die Zelle lediglich eine einfache Struktur eines undifferenzierten Protoplasmas ist.
Als Darwin seine Theorie vorlegte, war die Wissenschaft noch nicht sonderlich fortgeschritten. Das Elektronenmikroskop zum Beispiel, das die Einzelheiten organischen Lebens unterhalb der Wellenlänge des Lichts sichtbar werden lässt, war noch nicht erfunden. Zellen sahen für die damaligen Wissenschaftler noch wie Tintenkleckse aus, und noch ahnte niemand, dass der Bauplan einer einzigen Zelle nicht weniger kompliziert ist, als ein Stadtplan, weil die Zelle über unzählige Organellen verfügt. Die Genforschung lag noch in weiter Ferne, nicht einmal die Vererbungsgesetze waren entdeckt. Viele damalige Biologen und Wissenschaftler, Darwin eingeschlossen, glaubten, dass erworbene Eigenschaften an spätere Generationen weitergegeben werden könnten. Zum Beispiel glaubte man damals, dass ein Schmied, der sich durch seine Händearbeit starke Muskeln erworben hatte, selbige an seinen Sohn weitervererben könne. So sah die Welt der damaligen Wissenschaft aus, in der Darwin seine Evolutionstheorie entwickelte. Weder Darwin noch einer seiner Anhänger war in der Lage, die Evolutionstheorie mit konkreten Tatsachen aus den Fachbereichen Paläontologie, Biologie oder Anatomie zu beweisen. Hinzu kommt, dass in den Jahrzehnten später Beobachtungen und Experimente sowie neue Fossilienfunde vor allem im 20. Jahrhundert die Ungültigkeit der Evolutionstheorie bewiesen haben. Aber trotz ihrer wissenschaftlichen Dürftigkeit liefert sie noch immer die Grundlage für den Materialismus und Atheismus, denen sich ein Teil der wissenschaftlichen Welt verpflichtet fühlt.

Andererseits haben die heutigen Mikroskope gezeigt, wie komplex und perfekt die Struktur der Zelle in Wirklichkeit ist.
Interessierte Kreise begannen die Evolutionstheorie auf die soziale Welt zu übertragen, was wegen ihrer ideologischen Implikationen leicht möglich war. So wurde sie selbst zur Legitimationsideologie für die verheerenden Katastrophen des 20. Jahrhunderts, Völkermord, Massenmord, Bürgerkriege, in denen ein Bruder den anderen erschlug, sowie Weltkriege, die ganze Nationen ruinierten.
Einer der großen Fehler der Sozialdarwinisten war der Versuch, ihre Theorie auf das Sozialleben zu übertragen. Ein weiterer Fehler war es, zu glauben, dass Naturgesetze aus der Tierwelt auch für Menschen Gültigkeit haben könnten, obgleich diese doch von Gott geschaffen und mit Bewusstsein, Vernunft, Urteilsvermögen und einem Gewissen ausgestattet worden sind. Deshalb gelten, im Widerspruch zur sozialdarwinistischen Theorie, die Gesetze des Dschungels nicht in der Welt der Menschen, in der jeder sein ganzes Leben lang dafür verantwortlich ist, seine Fähigkeiten bestmöglich einzusetzen. Außerdem hat Gott den Menschen nur eine bestimmte Lebensspanne zugemessen. Wenn sie zu Ende geht, sterben sie, um später wieder aufzuerstehen und sich dann für ihre Taten im irdischen Leben zu rechtfertigen.
In der Natur sterben die Lebewesen als Gattung aus, wenn sie sich nicht hinreichend an ihre äußeren Lebensbedingungen anpassen können. Ein dunkel gefärbtes Kaninchen zum Beispiel wird in einem verschneiten Wald sehr schnell einem Fuchs zum Opfer fallen, weil er es sofort erspäht. Aber im Gegensatz zu dem, was uns die Darwinisten glauben machen wollen, wird aus dem dunkel gefärbten Kaninchen keinesfalls eine neue, hell gefärbte Kaninchenart entstehen. Außerdem unterscheiden sich Tiere maßgeblich darin von den Menschen, dass diese sich nicht ihrer Umwelt anpassen müssen, um zu überleben. Menschen besitzen nämlich die Fähigkeit, ihre Umwelt entsprechend ihren Wünschen und Bedürfnissen zu verändern. Wir passen unsere Häuser, deren Heizung und Kühlung und unsere Kleidung dem jeweiligen Klima an, in dem wir leben. In der menschlichen Gesellschaft gibt es keine natürliche Selektion, weil menschliche Vernunft und menschliche Fähigkeiten dies verhindern.



Wenn die Armen einer Gesellschaft misshandelt und sich selbst überlassen werden, führt dies zu Spannungen und Ärger, außer wenn Geduld und Vergebung, ermutigt durch religiöse moralische Werte die Oberhand gewinnt.
Ihre Denkfehler verleiten die Sozialdarwinisten zu einer völlig falschen und inhumanen Sicht auf die menschliche Gesellschaft. Bar jeglicher Vernunft und gewissenlos ist ihre Auffassung, der Fortschritt einer Gesellschaft hänge davon ab, wie sie mit den Schwachen und Bedürftigen, den Behinderten und Machtlosen umgeht - sie müssten aufgegeben werden. In Wirklichkeit jedoch führt eine derart inhumane Herangehensweise nicht zu Fortschritt, sondern zum Untergang. Denn alle, die der Sozialdarwinismus aus der menschlichen Gesellschaft eliminieren will, sind bewusste und vernunftbegabte Menschen. Wenn man sie der Ungerechtigkeit und Grausamkeit überantwortet, obwohl sie dank religiöse, moralischer Werte über Tugenden wie Geduld, Verständnis und die Bereitschaft zur Vergebung verfügen, werden sie mit Sicherheit Zorn und Hass entwickeln gegenüber jenen, die sie so inhuman und grausam behandeln. Um diesen Zorn zu besänftigen, werden die Herrschenden dann, wie viele Beispiele aus jüngster Vergangenheit zeigen, zur Gewalt greifen, und daraus werden Konflikte und Chaos entstehen. Das wiederum würde einen riesigen materiellen und geistigen Aufwand für die Konfliktlösung erfordern, der in allen gesellschaftlichen Bereichen zum Niedergang führen würde - sei es in Kunst und Technik, in Wirtschaft und Wissenschaft. Doch das wäre das Gegenteil von Fortschritt.

Sozialdarwinistische Praktiken brachten nur Hass und Ärger, Konflikte, Mörder und Krieg über die Menschheit.
Hinzu kommt, dass das Töten von Kranken oder Behinderten im Namen der Eugenik nicht nur äußerst brutal, sondern auch keineswegs ein Beitrag zum Fortschritt einer Gesellschaft ist. Eine derart legitimierte Billigung von Mord führt früher oder später zu großen gesellschaftlichen Defiziten. Heute sind etwa sechs Prozent der Weltbevölkerung, also etwa 42 Millionen Menschen - behindert. Wenn man sie töten würde, würde fast jeder Mensch auf der Welt durchschnittlich einen Verwandten oder Bekannten verlieren. In jeder Gesellschaft, in der eine Mutter ihren eigenen Kindern nicht vertrauen, die Kinder nicht ihrer Mutter, ein Bruder nicht dem anderen vertrauen kann, weil immer das Schwert des Todes über einem von ihnen hängt, in einer solchen Gesellschaft wären gesellschaftliche Fehlentwicklungen und Depressionen zwangsläufig die Folge. Eine solche Gesellschaft wäre dem moralischen Untergang geweiht. Nicht nur sämtliche moralischen Werte würden ihr fehlen, sondern auch jegliche Menschlichkeit. Eine Gesellschaft, die Derartiges duldet, leidet bereits an schweren psychischen und geistigen Problemen.
Das größte Leid jedoch wird dadurch all jenen zugefügt, die der Eliminierung ausgeliefert werden.
Wie im Folgenden gezeigt werden soll, versucht der Sozialdarwinismus die Evolutionstheorie auf die soziale Welt zu übertragen - wobei diese Theorie schon in sich selbst unwissenschaftlich ist und obwohl sie dem Wesen der menschlichen Natur total widerspricht. Sobald sie in die Tat umgesetzt wird, führt sie zum Verlachen der Humanität, sie zieht sie herab in Depression und Chaos, erzeugt Hass, Mord und Krieg. Seine Blütezeit erlebte der Sozialdarwinismus in der zweiten Hälfte des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, aber selbst heute noch sind seine verhängnisvollen Folgen deutlich zu sehen. Unter so hochtrabenden Bezeichnungen wie „Evolutionspsychologie“ oder „genetischer Determinismus" werden nach wie vor die Denkfehler des Darwinismus auf die menschliche Gesellschaft übertragen. Um das 21. Jahrhundert vor den Katastrophen zu bewahren, die das 20. Jahrhundert durch den Sozialdarwinismus erlitten hat, müssen dessen absurde Denkfehler schonungslos entlarvt und der ganzen Welt erklärt werden, wie weit Darwinismus und Sozialdarwinismus von Wissenschaftlichkeit entfernt sind.



Wenn sich das Leiden des vergangenen Jahrhunderts nicht wiederholen und wenn dieses 21. Jahrhundert den Frieden bringen soll, dann müssen sich die Menschen die Irreführung und Gefahren des Darwinismus erkennen.

DIE GESCHICHTE DER RÜCKSICHTSLOSIGKEIT VON MALTHUS BIS DARWIN


Darwins Ansichten in Der Ursprung der Arten waren maßgeblich beeinflusst von dem britischen Ökonomen und Demographen Thomas Robert Malthus.
In seinem erstmals 1798 veröffentlichten Essay on the Principle of Population, as it Affects the Future behauptete Malthus, dass sich die Weltbevölkerung im Rhythmus von 25 Jahren als geometrische Reihe von 1, 2, 4, 8, 16, 32, 64, 128, 256… erhöhen würde, wohingegen sich die Nahrungsmittelproduktion nur im arithmetischen Maßstab 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 ... steigern würde – also viel zu langsam in Bezug auf das Bevölkerungswachstum. Malthus behauptete, dass innerhalb von 300 Jahren die Relation des Bevölkerungswachstums zur Nahrungsmittelproduktion die Größenordnung 4096:13 erreichen würde. Angesichts dieser erschreckenden Disparität rief Malthus die gesamte Menschheit zu einem verzweifelten Kampf ums Überleben auf. Diese Panikmache spiegelte sich wider im Untertitel von Darwins Der Ursprung der Arten. Er lautete: The Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life (Die Erhaltung der bevorzugten Rassen im Kampf ums Überleben).

Thomas Robert Malthus
Malthus behauptete in seinem Aufsatz, dass dieses überproportionale Bevölkerungswachstum gestoppt werden müsse, und machte dazu einige Lösungsvorschläge. Seiner Meinung nach waren unter diesem Gesichtspunkt Elend und Verbrechen erfolgversprechende Faktoren, um das Bevölkerungswachstum zu steuern, zum Beispiel durch Hungersnöte und Epidemien, aber auch durch Kriege. Selbst die Tötung von Neugeborenen schlug Malthus vor. Jeder Mensch mit Vernunft und Gewissen wird zugeben, dass derartige Vorschläge grauenhaft sind. Vernünftige Planung von Einkommen und Ressourcen, um allen Mitgliedern einer Gesellschaft Wohlbefinden und Frieden zu sichern, ist eine Frage der Humanität und entscheidet über deren Zukunft. Doch die Planung von Kriegen, Massakern und Mord kann nur Blut und Tränen erzeugen und die Zukunft einer Gesellschaft untergraben.
Aber Malthus hatte noch mehr Vorschläge auf Lager. Zum Beispiel schlug er vor, dass es armen Arbeiterfamilien verboten werden solle, Kinder zu bekommen. Seine Empfehlungen stießen sogar auf Resonanz bei der britischen Regierung: 1834 wurden laut Gesetz besondere „Workhouses“ für Arme in England eingerichtet, wo zur Kinderlosigkeit verdammte Ehepaare nach strengen Regeln leben mussten. All das, um der angeblich drohenden Bevölkerungsexplosion entgegenzutreten!
Einer der Gründe für das Erwägen solcher Maßnahmen war damals die durchaus begründete Furcht der britischen „Oberklasse“, dass irgendwann das quantitativ rapide ansteigende Wachstum der „Unterklasse“ die Stellung und Privilegien der ersteren gefährden könnte. Diese Furcht war natürlich unbegründet und nur das Ergebnis einer Selbsttäuschung. Denn erstens steht außer Frage, dass jemand aufgrund seiner materiellen Situation, seines sozialen Status, seiner Sprache, Rasse oder Geschlecht eine Überlegenheit gegenüber anderen Gesellschaftsmitgliedern haben kann. Gott hat alle Menschen gleich geschaffen. Was den Menschen ihren Wert verleiht, sind deren moralische Tugenden und ihre Gottesfurcht, die sie tagtäglich unter Beweis zu stellen haben. Sonst nichts.
Das hinderte jedoch die britische Upperclass im Gefolge der Französischen Revolution nicht daran, den Malthusianismus ideologisch massiv zu fördern. Aus Furcht, ihre gesellschaftlichen Privilegien und ihre Macht zu verlieren, schreckte sie vor nichts zurück, nicht einmal davor, offenen Rassismus zu praktizieren. Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn jemand freiwillig religiöse, moralische Werte einfach aufgibt. Die damals herrschende Elite in England dachte einfach, die Zukunft ihrer Gesellschaft sei zu sichern, indem man Verhältnisse schaffte, in denen es immer weniger Menschen immer besser und immer mehr Menschen immer schlechter ginge. Natürlich ist es eine gute Sache, wenn der allgemeine Wohlstand einer Gesellschaft wächst. Es stellt sich allerdings die Frage danach, wie das zu bewerkstelligen ist. Den Anteil der Wohlhabenden dadurch zu steigern, dass man die Armen und Bedürftigen verhungern lässt oder abschlachtet - wie vom Sozialdarwinismus gefordert - ist selbstverständlich völlig unakzeptabel. Selbst wenn der Anteil der Wohlhabenden steigt, ist das keineswegs hinreichend als Indikator für den Fortschritt einer Gesellschaft. Wenn nämlich all den Wohlhabenden Tugenden wie Ehrbewusstsein, Altruismus, Mäßigung, Geduld und Toleranz fehlen, dann wird ihr wirtschaftliches Denken eher zum Schaden als zum Vorteil einer Gesellschaft gereichen. Alle Pläne, die abzielen auf den Fortschritt einer Gesellschaft, können ihr Ziel nur erreichen, wenn sie geistige Werte in Einklang bringen mit materiellem Fortschritt.
Aber zu Lebzeiten von Malthus war dies vielen Menschen nicht klar, und deshalb übernahmen sie seine abstrusen Ansichten, die später ihre Gesellschaften in den Zusammenbruch führten. Im Folgenden nennen wir einige der „Lösungsvorschläge“, die Malthus machte, um das Bevölkerungswachstum zu stoppen:

Nach der irrigen Propaganda des Sozialdarwinismus – eine der erbarmungslosesten Philosophien in der Geschichte – muss der Schwache und Hilflose dem Tode überlassen werden.
„Statt den Armen Sauberkeit zu predigen, sollten wir sie zum Gegenteil animieren. In unseren Städten sollten die Straßen noch enger gemacht, noch mehr dieser Menschen in die Häuser gepfercht und eine Rückkehr von Seuchen gefördert werden. Auf dem Land sollten wir die Dörfer möglichst nahe an stehenden Gewässern bauen und Siedlungen am besten in sumpfigen und unwirtlichen Gegenden fördern. Vor allem jedoch sollten wir Heilmittel gegen Seuchenkrankheiten nicht zulassen, die von gut meinenden Menschen entwickelt worden sind, weil sie irrtümlicherweise glauben, damit der Menschheit zu nutzen.“8
Sogar das Töten von Neugeborenen hat Malthus vorgeschlagen:
„... sind wir im Namen von Ehre und Gerechtigkeit dazu verpflichtet, den Armen jedes Recht auf Unterstützung zu verweigern. Zu diesem Zweck schlage ich eine Regelung vor, der zufolge kein neugeborenes Kind ein Recht auf kirchlichen Beistand hat. Ein neugeborenes Kind der Armen hat, alles in allem gesehen, nur geringen Wert für die Gesellschaft, weil ohnehin schon bald weitere an seine Stelle treten werden ... Alle neugeborenen Kinder, sofern sie die notwendige und wünschenswerte Anzahl für ein vernünftiges Bevölkerungswachstum überschreiten, müssen zugrunde gehen, soweit nicht durch den Tod von Erwachsenen neuer Raum für sie entstanden ist.“9
Malthus hatte sich ein raffiniertes Gedankengebäude zurechtgelegt, um die Tötung von Neugeborenen zum Zweck der Regulierung des Bevölkerungswachstums zu rechtfertigen. Man könnte nun heutzutage glauben, so etwas Abartiges gehöre der Vergangenheit an und niemand würde es mehr ernst nehmen. Aber leider ist dem nicht so. Im heutigen China basiert die Bevölkerungspolitik auf der Tötung von Neugeborenen - eine Politik, die durchaus in der Tradition von Malthus und seinem Nachfolger Darwin steht. Die kommunistische Staatsführung Chinas hält ihre Bevölkerung fern jeglicher religiösen, moralischen Werte und betrachtet die Welt mit den Augen Darwins. Abgesehen vom sozialen und moralischen Niedergang der chinesischen Gesellschaft gibt es deshalb in China auch Arbeitslager, deren Insassen selbst grundlegende Menschenrechte verweigert werden. Wenn ein Elternpaar mehr Kinder zeugt als staatlich erlaubt, werden die „Überzähligen“ ihnen weggenommen und getötet. Menschen werden exekutiert wegen „geistiger Verbrechen“, wobei die Exekutionen zelebriert werden wie ein gesellschaftliches Ritual. Deshalb ist das heutige China ein Beispiel dafür, was eine Gesellschaft erwartet, die sich dem Darwinismus verschreibt.
Die Thesen von Malthus bereiteten nicht nur den Boden für eine Gesetzgebung, die die Lage der Armen in Großbritannien noch verschlechterte, sie machten auch eine Lösung der sozialen Probleme seiner Zeit unmöglich. Seine Thesen, die noch heute Anhänger finden und Darwins Evolutionstheorie den Weg ebneten, entbehren jeglicher wissenschaftlichen Grundlage und führten folgerichtig nur zu Chaos, Krieg, Rassismus und Atheismus im 20. Jahrhundert. Sie waren inspiriert durch folgende Geschichte von Ziegen und Hunden, deren Wahrheitsgehalt nie jemand überprüfen konnte.
Von Ziegen und Hunden zum Darwinismus
Die wahre Quelle für Malthus wahnwitzige Theorie war eine Geschichte über Ziegen auf einer Insel im südöstlichen Pazifik, die angeblich von einem spanischen Seefahrer namens Juan Fernandez stammte. Der Erzählung zufolge vermehrten sich auf dieser Insel die Ziegen rasant und wurden zu einer beliebten Delikatesse in den Fleischtöpfen der anlandenden Seeleute. Aber die Ziegen vermehrten sich derart rasant, dass sie so gut wie alle Nahrungsreserven auf der Insel weg fraßen. Um die die spanische Herrschaft bedrohenden britischen Kaufleute dort am Genuss von Ziegenfleisch zu hindern, setzten die Spanier auf der Insel männliche und weibliche Hunde aus, deren Jagdbeute die Ziegen wurden - weshalb sich nun ihrerseits die Hunde rasant vermehrten.
Der französische Mathematiker und Revolutionär Condorcet Townsend hat dies damals dahingehend kommentiert, dass durch diesen Vorgang ein natürliches Gleichgewicht installiert worden sei:
„Die schwächsten der beiden Spezies waren die ersten, die der Natur ihre Schuld bezahlen mussten. Die Lebenskräftigsten und Aktivsten sicherten ihr Überleben. Es ist die Menge an Nahrungsmitteln, die die Anzahl an Menschenleben reguliert.“10
Es gibt in der Tierwelt durchaus natürliche Bedingungen, die Einfluss darauf haben, ob die Zahl der Individuen einer Art zu- oder abnimmt, ob also die Art überlebt oder ausstirbt. Aber es gibt eine ganz andere Frage, ob dies auch für die menschliche Gesellschaft gilt. Die Antwort lautet klar und deutlich nein, was unmissverständlich aus der Geschichte der letzten 150 Jahre hervorgeht.
Unter dem damals erlassenen britischen Armengesetz wurden die Armen nicht dem Hunger überlassen, sondern zu harter Arbeit gezwungen. Condorcet war überzeugt, dass dieses Gesetz zu extremen Schwierigkeiten und Protesten führen werde. Seiner Meinung nach war es sinnvoller, das Problem der Armen durch Hunger zu „lösen“. Denn: „Der Hunger zähmt noch das wildeste Raubtier, also wird er auch Menschen Gehorsam, Unterwerfung und Zivilisiertheit lehren.“ 11 Einer derart rücksichtslosen und gewissenlosen Philosophie liegt die Selbstgerechtigkeit und Arroganz der herrschenden Klasse einer Gesellschaft zugrunde. Sie hat, weil völlig unvereinbar mit religiösen, moralischen Werten, Gesellschaften zerrüttet und zu Chaos, Anarchie und schweren Konflikten geführt.
Condorcet zufolge war die Geschichte von den Ziegen und Hunden die Grundlage der Malthus-Theorie und lag später auch dem unwissenschaftlichen und falschen Terminus „Überleben der Stärkeren“ zugrunde, den Herbert Spencer prägte, aber auch schon Darwins Irrtum, es habe eine Evolution durch natürliche Selektion stattgefunden.
Etliche Persönlichkeiten wie Condorcet, Malthus, Darwin und Spencer haben den schweren Fehler begangen, für Tiere geltende Naturgesetze auf die menschliche Gesellschaft zu übertragen. Ihnen allen galten Menschen nur als höher entwickelte Tiere, die man durch radikale Unterdrückungsmaßnahmen, Elend, Hunger und Krieg unter Kontrolle halten müsse. Die Wahrheit jedoch ist, dass Menschen über Vernunft und gesunden Menschenverstand verfügen. Ihr Handeln ist bestimmt durch Logik und Gewissen, nicht durch tierische Instinkte.
Malthus verfügte über keinerlei wissenschaftliche Daten

Gott gebietet den Menschen, die Bedürftigen zu schützen und liebevoll und mitleidig zu sein. Die Verbreitung der moralischen Werte, die Er befahl, wird viele Probleme lösen.
Malthus Theorie wurde seinerzeit von etlichen Intellektuellenkreisen befürwortet und im 19. Jahrhundert zur Grundlage verschiedener abartiger Ideologien und Strömungen, trotz all ihrer Unwissenschaftlichkeit und internen Widersprüche.
1) Als Malthus seine Theorie formulierte, standen ihm keinerlei demoskopische Daten zur Verfügung. Die erste Volkszählung in Großbritannien fand erst 1801 statt, also drei Jahre nach Veröffentlichung seines Essays. Um seiner Theorie wissenschaftlichen Rückhalt zu verschaffen, hätte er Zugriff auf statistisches Material vor 1798 haben müssen, das aber damals gar nicht existierte. Allein schon deshalb waren seine Thesen reine Spekulation.
2) Ebenso wenig verfügte Malthus über irgendwelche Daten zum Wachstum der Nahrungsmittelproduktion. Zum damaligen Zeitpunkt gab es keine Statistiken zur landwirtschaftlichen Produktion und Produktivität. Auch hier verfuhr er rein spekulativ und unwissenschaftlich.
3) Selbst das von Malthus vorgeschlagene Armengesetz war in sich selbst widersprüchlich. Er behauptete, dass sich das Bevölkerungswachstum -geometrisch steigern würde. Dann aber müsste das auch für die Pflanzen- und Tierwelt gelten, die Voraussetzung für menschliches Leben sind. Aber in Wirklichkeit verläuft die Vermehrung pflanzlichen, tierischen und menschlichen Lebens eben nicht im geometrischen Maßstab, sondern wird reguliert durch die jeweils herrschenden Umweltbedingungen. Das gesamte Ökosystem der Erde, einschließlich menschlichen Lebens, funktioniert nur als ein Gleichgewichtszustand, der weit entfernt liegt vom „Fressen oder gefressen werden“-Prinzip von Malthus oder Darwin.
Kurz gesagt, die fehlerhaften und unlogischen Behauptungen von Malthus basieren auf keiner wissenschaftlichen Grundlage. Und Darwin hat seine Evolutionstheorie auf den waghalsigen und absurden Spekulationen von Malthus errichtet.
DIE BEHAUPTUNG „LEBEN IST EIN KAMPF“ IST UNWAHR
Aus Hingabe zu Malthus und Darwin haben manche die Idee des „Leben ist Kampf“ an die äußersten Extreme geführt, indem sie behaupten, dass nicht nur Tiere, sondern alle Lebewesen miteinander konkurrieren. Der deutsche Embryologe Wilhelm Roux behauptete, dass die Organe miteinander um die Nahrung kämpfen, Niren gegen Lungen, Herz gegen Gehirn. T.H. Huxley verfocht sogar die Idee, dass alle Moleküle innerhalb jedes Organismus miteinander konkurrieren! 1
Die biologischen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts zeigten, dass solche Kämpfe in der Natur nicht vorkommen. Die heutigen Biologen beziehen sich bei der Grundlage der Organismen nicht auf Konkurrenz sondern auf Zusammenarbeit. Zum Beispiel schreibt der Biologe Thomas Lewis in seinem Buch The Lives of a Cell:
Die meisten Verbindungen zwischen den Lebewesen, die wir kennen, sind im wesentlichen Kooperationen, einerseits symbiotisch, andererseits, wenn es sich um Gegner handelt, üblicherweise eine Konfrontationsbeziehung, wobei die eine Partei Signale und Warnungen aussendet, um den anderen zur Aufgabe zu bringen…. 2
Norman Macbeth, Autor des Buches Darwin Retried: An Appeal to Reason, beschreibt, wie sich Malthus und Darwin irrten und warum in der Natur keine Kämpfe auf Leben und Tod existieren:
Darwin übernahm es von Malthus, der eher ein (furchterregender) Soziologe als ein Biologe war. Es wurde nicht von einer liebenden Betrachtung der Pflanzen und Tiere ausgegangen.
So eine Betrachtung … würde nicht zeigen, dass „jedes organische Wesen bestrebt ist, in geometrischer Progression zu wachsen“ oder dass es einen andauernden Kampf gäbe … 3
Peter Kropotkin beschreibt in seinem Buch Mutual Aid: A Factor of Evolution den Fehler Darwins und seiner Anhänger:
Die zahllosen Anhänger von Darwin reduzierten den Begriff des Existenzkampfes an seine engsten Grenzen. Sie begriffen die tierische Welt als eine Welt des fortwährenden Kampfes zwischen halbverhungerten Individuen, nach dem Blut des anderen dürstend … wenn wir Huxley nehmen … die tierische Welt ist ungefähr auf dem gleichen Niveau wie eine Gladiatorenshow. Die Geschöpfe werden ziemlich gut behandelt und diese machen sich daran, dass der stärkste, schnellste und listigste lebt, um an einem anderen Tag zu kämpfen … Aber man merkt sofort, dass die Idee Huxleys von der Natur nur wenige Beweisstücke als wissenschaftliche Schlussfolgerung vorzuzeigen hat. 4
Ein Artikel in dem türkischen wissenschaftlichen Journal Bilim ve Teknik (Wissenschafts- und Technologie Magazin) gesteht ein, dass die Behauptung, die Natur sei ein Schachtfeld, ein Fehler ist:
Das Problem ist, warum Lebewesen einander helfen? Gemäß Darwins Theorie führt jeder Organismus einen Kampf um zu überleben und sich zu reproduzieren. Da anderen zu helfen die Überlebenswahrscheinlichkeiten dieses Lebewesens reduzieren, müsste die Evolution auf lange Sicht dieses Verhalten eliminiert haben. Es wurde aber beobachtet, dass Lebewesen uneigennützlich sein können. 5
Diese gemeinsamen Fakten enthüllen einmal wieder, dass die Darwin’sche Theorie, unter primitiven wissenschaftlichen Bedingungen hervorgebracht und voll mit Fehlern und Irrtümern ist. Eine große Anzahl von Wissenschaftszweigen zeigt die Ungültigkeit der Evolutionstheorie. Diejenigen, die sie unterstützen, vermutlich im Namen der Wissenschaft, dürfen nicht die Verantwortung übersehen, die sie tragen, einer solchen unwissenschaftlichen Theorie zu helfen und sie müssen diesen Fehler sofort berichtigen.
1.T. D. Hall, Ph.D., “Influence of Malthus and Darwin on the European Elite,” 1995, http://www.trufax.org/avoid/manifold.html
2. ebd.
3. ebd.
4.Peter Kropotkin, Mutual Aid: A Factor of Evolution, 1902, Kapitel 1;http://www.spunk.org/library/writers/kropotki/sp001503/ch1.html
5. Bilim ve Teknik (Wissenschafts- und Technologie Magazin), Nr.: 190, 4.
Darwin war ein Malthusianer
In seiner Autobiographie schrieb Darwin:
„Im Oktober 1838, fünfzehn Monate nach Beginn meiner systematischen Forschung, las ich den Aufsatz von Malthus. Durch meine schon lange vorher begonnenen Studien des Verhaltens von Pflanzen und Tieren war ich schon darauf vorbereitet, mich anzufreunden mit dem Gedanken des überall stattfindenden Kampfes ums Überleben. Beim Lesen wurde mir schlagartig klar, dass unter solchen Umständen eine natürliche Selektion zwischen besser und schlechter geeigneten Exemplaren einer Gattung stattfinden müsste. Und das Ergebnis dieser natürlichen Selektion wäre das Entstehen einer neuen Art. Endlich hatte ich eine Theorie entdeckt, mit der ich arbeiten konnte.“12
Also wurde offensichtlich Darwins Konzept der natürlichen Selektion und des Kampfes ums Überleben geboren während seiner Malthus-Lektüre. In Der Ursprung der Arten gestand Darwin diese Abhängigkeit von Malthus:
„Es gibt keine Ausnahme von der Regel, dass jedes Lebewesen sich auf natürliche Weise vermehrt mit einer Wachstumsrate, die ohne natürliche Selektion dazu führen würde, dass die Erde früher oder später von der Nachkommenschaft eines einzigen Elternpaares bevölkert wäre. Selbst die langsam brütende Gattung Mensch verdoppelt sich innerhalb von 25 Jahren, und angesichts einer derartigen Wachstumsrate wäre schon nach weniger als 1000 Jahren auf der Erde nicht mehr genug Platz für die menschliche Nachkommenschaft.“13
Darwin beschrieb die Beziehung zwischen Malthus Theorie und seiner eigenen Theorie der natürlichen Selektion folgendermaßen:
„Wenn mehr Individuen einer Art gezeugt werden, als überleben können, muss es zwangsläufig zu einem Kampf ums Überleben kommen, entweder zwischen Individuen der gleichen Gattung oder zwischen Individuen verschiedener Gattungen, oder mit den natürlichen Lebensbedingungen. Das ist nichts anderes als die Theorie von Malthus, mit viel Mühe angewandt auf das Pflanzen-und Tierreich.“14



Nach Malthus musste die “niedrige Klasse“ unter Kontrolle gebracht, unterdrückt, geschwächt und zur Arbeit gezwungen werden. Als man diese irrige Ansicht akzeptierte, wurde die Arbeiterklasse unter den erschreckendsten Bedingungen zur Arbeit gezwungen.  
Diese Ideen Darwins, weil geistesverwandt mit denen von Malthus, hatten keinerlei wissenschaftlichen Wert. Schlimmer noch: Dieser grausamen Weltsicht zufolge ist Bevölkerungsplanung nur dadurch möglich, dass Arme und Schwache eliminiert werden. Weil dabei Leben als unabhängig von Frieden, Sicherheit und Verständnis, nur als gnadenloser Kampf ums Überleben verstanden wird, hat diese Theorie soviel Unheil über die Menschheit gebracht.
Von Malthus zu einem rücksichtslosen Weltbild

Die verzerrte Logik von Malthus wurde auch auf Kinder angewendet und viele von ihnen wurden unter harten Bedingungen zur Arbeit gezwungen.
Trotz ihrer nachweislichen Unwissenschaftlichkeit fanden die Theorien von Malthus und Darwin breite Zustimmung. Die Gründe dafür sind zu suchen in der historischen Epoche, in der beide lebten. Es war die Zeit der von England ausgehenden Industriellen Revolution, als die englische Adelsschicht fürchtete, ihren privilegierten Status und ihre Macht an die Arbeiterklasse zu verlieren. Andererseits jedoch war sie angewiesen auf mehr und billigere Arbeitskräfte. Um diesem Dilemma zu entkommen, verfiel die herrschende Klasse in Großbritannien auf die Idee, die aufstrebende Arbeiterklasse zu schwächen, unter Kontrolle zu bekommen und zu unterdrücken, um sie umso besser ausbeuten zu können. Mit seiner These, dass die Entwicklung der Nahrungsmittelproduktion dramatisch dem Bevölkerungswachstum hinterher hinke, propagierte Malthus zugleich die Forderung, eben deshalb müsse man die „niederen Stände“ an der Vermehrung hindern, folglich entsprechende Maßnahmen dagegen treffen. Indem Darwin diese demographische Argumentation auf Biologie und Naturwissenschaft übertrug, verlieh er dem Unsinn Malthus ein angeblich wissenschaftliches Mäntelchen.
In seinem Buch Social Darwinism in American Thought schreibt Richard Hofstadter über die Zustimmung Darwins zu Malthus Thesen:
„Damals waren die Thesen von Malthus in England weit verbreitet... Es galt als unschick, die Reichen verantwortlich zu machen für das Leid der Armen. Zwar widerlegte der Gang der Geschichte später seine Theorie, aber just zu einem Zeitpunkt, als sie in der Politökonomie schon fast vergessen war, wurde ihr durch den Darwinismus frisches Blut zugeführt.“15

Jene Unternehmer, die billige Arbeitskräfte benötigten, waren die Ersten, die die irregeleiteten Ansichten Malthus unterstützten.
Der Forscher und Autor Ian Taylor hat sich dazu in einem Artikel folgendermaßen geäußert:
„Wie man aus all dem ersehen kann, haben offenbar Darwin und andere, die Gott und die Vorsehung Gottes leugnen, in der absurden Theorie von Malthus ein derart tragisches und hoffnungsloses Szenario gesehen, dass es sie zu völlig unwissenschaftlichen und absurden Schlussfolgerungen getrieben hat. Und all das trotz seiner spekulativen Haltlosigkeit.“16
Obwohl schon längst wissenschaftlich widerlegt, ist die Theorie von Malthus bis heute lebendig geblieben. In seinem Buch In the Minds of Men (In der Vorstellung der Menschen) fasst Ian Taylor den gedanklichen Weg von Malthus bis zu Hitler folgendermaßen zusammen:
„Die Grundmaxime im Denken von Malthus war das, was später unter dem Begriff „Überleben der Stärkeren“ bekannt wurde. Man kann diesen Begriff verfolgen von Condorcet zu Malthus, von ihm zu Darwin, Wallace und Spencer. Schließlich wucherte er bis in den Kopf von Hitler. Aber begonnen hat alles mit der Geschichte von den Ziegen und Hunden.“17
Mehrere Politiker und Führer haben versucht, die Thesen von Malthus ihren jeweiligen Interessen dienlich zu machen. Unterstützt wurden sie dabei von bezahlten Meinungsmachern, die über Möglichkeiten verfügten, derartige Theorien zu verbreiten. Die katastrophalen Folgen haben nachweislich eine vorher noch nie da gewesene Größenordnung erreicht. Auf den folgenden Seiten werden wir untersuchen, wie sich diese mit Malthus beginnende Weltsicht verbreitete und im Sozialdarwinismus ihren für die Menschheit traurigen Höhepunkt erreichte.

DIE „RÄUBERBARONE“ AUF DARWINS SPUREN



Nach der grausamen Moral des Sozialdarwinismus sollte keine helfende Hand den Armen und Bedürftigen entgegengestreckt werden. 
Der Darwinismus ist der geistige Hintergrund für eine ganze Reihe von gefährlichen geistigen Strömungen, Ideologien und politischen Strategien, die bis heute wirksam sind. Höchst interessant ist dabei, dass er als das geistige Bindeglied zwischen völlig gegensätzlichen Ideologien fungiert - er hat eine Rolle gespielt bei Geburt und Verbreitung des Faschismus, des Kommunismus, bei den angeblich gerechtfertigten rassistischen und kommunistischen Massenmorden, aber auch bei der pseudowissenschaftlichen Legitimierung eines schrankenlosen Kapitalismus. Vor allem im viktorianischen England und in den USA stand der Darwinismus in hohem Ansehen, nicht zuletzt deshalb, weil er von hemmungslosen Kapitalisten unterstützt wurde, die als Räuberbarone bekannt geworden sind.
Eines der größten Verbrechen des wild gewordenen Kapitalismus bestand und besteht darin, ökonomisch schwächere und kleinere Unternehmen und Individuen auszunutzen, zu vernichten und zu eliminieren. Das kann nicht hingenommen werden. Heutzutage kommt diese Denkweise daher mit dem Slogan: “Großer Fisch frisst kleinen Fisch.” Die großen Unternehmen schlucken die kleinen - das ist nichts anderes als Darwinismus im Wirtschaftsleben.
Während des 20. Jahrhunderts war die ganze Welt geprägt von zwei völlig verschiedenen Wirtschaftsmodellen: dem kapitalistischen auf Grundlage von Privateigentum und Wettbewerb und dem sozialistischem auf Grundlage von Staatseigentum und Planwirtschaft. Die sozialistische Planwirtschaft ist in allen Ländern gescheitert und hat dort Armut und Verelendung erzeugt. Die kapitalistische Wirtschaftsweise hingegen war erfolgreich und hat den Individuen mehr Wohlstand beschert.
Aber auch die kapitalistische Wirtschaftsweise kann nicht eine ganze Gesellschaft zufriedenstellen. Sie kann zwar das allgemeine Wohlstandsniveau anheben, aber nicht alle können daran teilhaben. Viele Arme bleiben arm, und die Gefahr sozialer Ungleichheit wächst. Um dem entgegenzutreten, ist zweierlei notwendig:

1) Der Staat muss die Hand ausstrecken gegenüber den sozial Ausgegrenzten und Arbeitslosen und ihnen helfen, denn das gehört untrennbar zum Begriff des Sozialstaats.
2) Tugenden wie Kooperation und Solidarität, wie schon in den religiösen, moralischen Werten impliziert, müssen wieder die ganze Gesellschaft durchdringen.


Misshandelte hungrige oder durch Kriege und Konflikte verarmte Menschen verdienen die Hilfe der Reichen. Unter der sozialdarwinistischen Moral wurden jedoch die Menschen nicht ermutigt, sich gegenseitig zu helfen oder sich um die Bedürftigen zu kümmern.


Im Licht der sozialdarwinistischen Begriffe führen niedrige Löhne, harte Arbeitsbedingungen, lange Arbeitszeiten und das Fehlen von Sicherheitsmaßnahmen auf den Arbeitsplätzen dazu, dass Arbeiter erkranken, verletzt oder sogar getötet werden.
Vor allem ist die zweite Voraussetzung besonders wichtig, weil es die erste prägt. Wenn eine Gesellschaft ihren Schwerpunkt auf religiöse, moralische Werte legt, dann ist die freie Marktwirtschaft in der Lage, beides zu garantieren. Wirtschaftswachstum und soziale Gerechtigkeit. Dann werden die Reichen einen Teil ihres Reichtums dazu verwenden, die Armen zu unterstützen und den Schwachen durch Sozialprogramme zu helfen. Tatsächlich hat Gott uns Menschen schon im Quran dieses Wirtschaftsmodell ans Herz gelegt. Der Islam erkennt das Privateigentum an, verpflichtet aber dessen Besitzer dazu, die daraus resultierenden Aktivposten in Form von Almosen auch den Armen und Bedürftigen zugute kommen zu lassen.
Wenn sich jedoch eine Gesellschaft im Zustand des moralischen Verfalls befindet, dann verwandelt sich die freie Marktwirtschaft in einen Raubtierkapitalismus, in dem die Armen und Ausgegrenzten unterdrückt werden und keinerlei Unterstützung erfahren, in dem es keine staatlichen Wohlfahrtsprogramme gibt, und in dem soziale Ungerechtigkeit nicht als zu lösendes Problem, sondern als natürlicher Zustand gilt.
Das von uns im Folgenden kritisierte Wirtschaftsmodell ist nicht jenes der freien Marktwirtschaft - die auf Privateigentum und Wettbewerb beruht -, sondern der Raubtierkapitalismus. Dabei ist zu zeigen, dass dessen ideologische Grundlage der Sozialdarwinismus ist.
Die ersten, die den Sozialdarwinismus als ideologisches Rüstzeug in das Wirtschaftsleben einführten, waren die als „Räuberbarone“ bekannten Amerikaner. Unternehmer. Sie waren Anhänger des offen erklärten Darwinismus, weil dessen Grundgedanke des „Überlebens des Stärkeren“ hervorragend zu ihren skrupellosen Geschäftspraktiken passte.18 Und so kam es unter ihnen zu einem gnadenlosen Konkurrenzkampf, in dem nicht einmal vor Mord zurückgeschreckt wurde. Das einzige Ziel der Räuberbarone war dabei, immer mehr Geld zu machen und immer mehr Macht an sich zu reißen. Am Wohlergehen der Gesellschaft hatten sie keinerlei Interesse, nicht einmal bei ihren eigenen Arbeitern. Das Eindringen der Ideen des Darwinismus in die Wirtschaft ruinierte Millionen von Menschenleben durch extreme Niedriglöhne, unmenschliche Arbeitsbedingungen und extrem lange Arbeitszeiten. Das Fehlen von Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz führte oft genug bei den Arbeitern zu Krankheit, Verletzungen oder gar zum Tod.
Die Menschenverachtung sozialdarwinistischer Unternehmer
Im Zuge der in England beginnenden und sich von dort über die ganze Welt ausdehnenden Industriellen Revolution wurden massenhaft Fabriken gebaut und mit Maschinen vollgestopft. Ständig kam es an diesen Maschinen zu Verletzungen der Arbeiter, weil sich die Unternehmer nicht um das Leben ihrer Arbeiter scherten und deshalb keinerlei Arbeitsschutzmaßnahmen trafen. Viele dieser Verletzungen führten zum Verlust von Fingern, Händen oder Armen, häufig gar zum Tod. Man hat festgestellt, dass Anfang des 20. Jahrhunderts eine Million Arbeiter schwere Arbeitsunfälle erlitt, daran erkrankte oder starb.19



In den Fabriken und anderen industriellen Unternehmen des 19. Jahrhunderts wurden die Praktiken des Sozialdarwinismus und des Kapitalismus in ihren grausamsten Formen angewendet. Die Arbeitgeber mit dieser Einstellung betrachteten die Leben der Arbeiter als wertlos und dachten nur an ihre eigenen Interessen.

Für die Arbeiter, die fast ihr halbes Leben in den Fabriken verbrachten, gehörte der Verlust von Gliedmaßen oder Augen und Ohren, schon fast zum Arbeitsalltag. Zum Beispiel litten Arbeiter in der Hut-Produktion oft an Quecksilbervergiftungen, und Arbeiter, die Uhren mit Radiumleuchtzifferblätter herstellten, erkrankten an Krebs.20


Im 19. Jahrhundert hatte man nicht einmal Mitleid mit Kindern, die zu vielen Stunden Arbeit in erschöpfenden Tätigkeiten gezwungen wurden.
Obwohl sich die Unternehmer der unmenschlichen Arbeitsbedingungen und all der Arbeitsunfälle sehr wohl bewusst waren, unternahmen sie weitgehend nichts dagegen. Zahllose Arbeiter in der Stahlproduktion zum Beispiel arbeiteten in Zwölfstundenschichten bei Temperaturen bis zu 50 Grad Celsius, und das zu Hungerlöhnen. 21 Im Jahr 1892 beschrieb der damalige US-Präsident Benjamin Harrison diese trostlose Lage der amerikanischen Arbeiterklasse mit den Worten, dass jeder amerikanische Arbeiter tagtäglich an seinem Arbeitsplatz den gleichen Risiken unterworfen sei wie ein US-Soldat im Krieg.22
Den meisten amerikanischen Unternehmern waren Menschenleben egal, gewissermaßen eine zu vernachlässigende Größe in ihrer Kalkulation. Während des Eisenbahnbaus auf dem amerikanischen Kontinent zum Beispiel verloren Hunderte Arbeiter wegen unzumutbarer Arbeitsbedingungen ihr Leben.23 Ein besonders krasses Beispiel für solche Unternehmertypen war John Pierpoint Morgan, der 5000 defekte Gewehre zum Preis von $ 3,50 pro Stück einkaufte und sie dann für $ 22 an die US Army weiterverkaufte. Offensichtlich war seine moralische Skrupellosigkeit so hemmungslos, dass er seine eigene Regierung betrog und das Leben der mit diesen Gewehren ausgerüsteten Soldaten gefährdete. Beim Abdrücken dieser defekten Gewehre verloren Dutzende Soldaten ihren Daumen.24 Alle entsprechenden Klagen gegen Morgan wurden abgewiesen, weil die Gerichte damals grundsätzlich zugunsten der „Räuberbarone“ entschieden.25
Als ein amerikanischer Unternehmer aufgefordert wurde, für seine Arbeiter ein Schutzdach zu bauen, antwortete er zynisch: “Menschen sind billiger als Dachziegel.” – ein anderes Beispiel für die Rücksichtslosigkeit damaliger Zeit. 26
An der Wurzel solcher Grausamkeit liegt der Darwinismus. Denn eine Weltsicht, in der menschliche Lebewesen nur als höher entwickelte Tiere erscheinen und das Leben nur als Kampfschauplatz, führt zwangsläufig zu Rücksichtslosigkeit, Gnadenlosigkeit und Unterdrückung.
Das Zerstörungswerk des Darwinismus in der Wirtschaft

Andrew Carnegie
Die meisten der amerikanischen Unternehmer, die den Raubtierkapitalismus aktiv betrieben, waren ursprünglich gottgläubige Christen. Aber im Lauf der Zeit gaben sie unter dem wachsenden Einfluss des Darwinismus ihren Glauben auf. So zum Beispiel Andrew Carnegie, der führende Stahlmagnat im Amerika des 19. Jahrhunderts. In seiner Autobiographie beschreibt er freimütig, wie er und seine Freunde den Täuschungen des Darwinismus zum Opfer fielen.
Doch die Evolutionstheorie, deren Anhänger Carnegie wurde, war durch und durch falsch. Das hat der weitere Gang der Wissenschaft nach Darwin eindeutig gezeigt. Das jedoch hat andere Tycoons nicht daran gehindert, den gleichen Denkfehler wie Carnegie zu begehen und ihren Raubtierkapitalismus als wissenschaftlich gerechtfertigt zu betrachten. Deshalb hielten sie gnadenlose Konkurrenz für völlig gerechtfertigt, um ständig noch mehr Geld zu machen und sich nicht einen Deut um Menschlichkeit und Altruismus zu scheren.
Carnegie hielt Konkurrenz für ein Naturgesetz in der menschlichen Gesellschaft, und darauf baute er seine Unternehmensphilosophie auf. Für ihn stand fest, dass dies zwar durchaus zum Schaden einiger, aber unter dem Strich gut für das Überleben der Rasse sei, weil es dem Prinzip des „Überlebens des Stärkeren“ entspreche.27

John D. Rockefeller
Mit dem Darwinismus bekannt gemacht wurde Carnegie durch eine Gruppe von selbsternannten “freien und aufgeklärten“ Denkern, die nach einer neuen „Religion der Humanität“ suchten. Sie trafen sich im Haus eines Professors der New York University.28 Ein Mitglied dieses Kreises war Herbert Spencer, nach Darwin der führende Kopf des Sozialdarwinismus. Spencer überzeugte die Wirtschaftsmagnaten bei diversen Treffen von dessen Vorteilen. Doch über die verheerenden Folgen für die Lebensumstände der arbeitenden Menschen waren sie sich durchaus im Klaren.
Der Anthropologe Richard Milner vom American Museum of Natural History und Verfasser der Encyclopedia of Evolution beschreibt, wie Carnegie Darwinist wurde:
„Carnegie wurde anschließend zu einem mächtigen und skrupellosen Wirtschaftstycoon, der hemmungslos die Menschen und die Erde ausplünderte und Konkurrenten niederwalzte - alles unter Berufung auf den Sozialdarwinismus. Er war davon überzeugt, dass unternehmerischer Mut der Gesellschaft nütze, weil es schwächere Konkurrenten hinwegfege. Nur wer in der Wirtschaft überlebt, sei „fit“ und verdiene sich dadurch Anerkennung.“29
Doch Carnegie und seinesgleichen lagen falsch mit ihrer These, Erfolg im Wirtschaftsleben sei an Macht und Skrupellosigkeit gebunden. Denn wirklich „natürlich“ ist nur, dass Menschen sich einen Lebensunterhalt verdienen können, der ein sorgenfreies, komfortables Leben ermöglicht. Keineswegs akzeptabel hingegen ist es, anderen Leid zuzufügen, die Augen zu verschließen gegenüber Menschen in Not zugunsten des eigenen Profits, oder Schwache zu unterdrücken, um die eigene Macht zu vergrößern. Gott hat uns befohlen, in geschäftlichen wie auch allen anderen Dingen ehrenhaft zu handeln und die Rechte der Bedürftigen zu schützen. Es ist unmoralisch, zu behaupten, die Unterdrückung der Schwachen oder gar ihre Beseitigung habe irgendetwas mit gesellschaftlichem Fortschritt zu tun.
In seinem Buch Andrew Carnegie berichtet der Historiker Joseph F. Wall, dass Carnegie gegen Ende seines Lebens in seinen Gesprächen, Äußerungen und Aufzeichnungen häufig darwinistische Begriffe benutzte:
„Nicht nur in seinen Artikeln und Büchern, sondern auch in seinem Briefwechsel mit befreundeten Geschäftsleuten wimmelt es von Anspielungen und Hinweisen auf das darwinistische Credo. Begriffe wie “Überleben des Stärkeren“, „Rassenreinheit“ und „Überlebenskampf“ flossen ihm häufig in seine Feder und über die Zunge. Die Wirtschaft war für ihn ein einziger Konkurrenzkampf ... 30
Ein weiterer glühender Anhänger des Darwinismus war der legendäre Unternehmer John D. Rockefeller, der unter anderem sagte: „Wenn eine Firma groß wird, ist das nur das Überleben des Stärkeren ... die Wirkung eines Naturgesetzes ...“31
Am deutlichsten zeigte sich der Einfluss des Darwinismus auf das Wirtschaftsleben während der Amerikareise von Herbert Spencer, die Richard Hofstadter in Social Darwinism in American Thought wie folgt beschreibt:
„Obwohl sich die Wertschätzung der anwesenden Gäste für die Äußerungen Spencers während des Banketts eher in Grenzen hielt, wurde doch klar, wie populär seine Gedanken schon damals in den USA waren. Als Spencer am Kai auf sein Schiff zurück nach Großbritannien wartete, ergriff er die Hände Carnegies und Youmans und rief den Reportern zu: „Das sind meine beiden besten amerikanischen Freunde!“ Für Spencer war dies eine eher ungewöhnliche menschliche Geste, aber sie wirkte wie ein Symbol für die enge Verbindung der neuen darwinistischen Wissenschaft mit der amerikanischen Geschäftswelt.“32
Der Grund, weshalb viele Kapitalisten so begierig das Gedankengut des Darwinismus aufgriffen, war, dass dadurch die Reichen von ihrer Verantwortung für die Armen freigesprochen waren. In Gesellschaften hingegen, in denen moralische Werte gelten, wird von den Reichen erwartet, dass sie den Armen und Bedürftigen helfen - was der Sozialdarwinismus verneint. Der Wissenschaftsautor Isaac Asimov schreibt über die Gnadenlosigkeit des Sozialdarwinismus in seinem Buch The Golden Door: The United States from 1876 to 1918 (Das goldene Tor: Die Vereinigten Staaten von 1876 bis 1918) folgendes:
Spencer prägte den Terminus vom „Überleben des Stärkeren“ und behauptete im Jahr 1884, Menschen ohne Arbeit seien nur eine Last für die Gesellschaft, und man solle sie deshalb lieber sterben lassen, als sie zu Objekten von Hilfe und Mildtätigkeit zu machen. So vorzugehen, würde alles Schwache am Baum der Gesellschaft ausmerzen und die Rasse stärken. Es war eine grauenhafte Philosophie, aber gut geeignet, alle Schandtaten der Reichen und Mächtigen zu rechtfertigen.33
Die Karten waren damals klar verteilt: Die Vertreter des Raubtierkapitalismus unterstützten den Darwinismus, und die Verfechter des Darwinismus unterstützten den Raubtierkapitalismus. Der berüchtigte Sozialdarwinist William Graham Sumner ging so weit, zu behaupten, Millionäre seien „die Stärksten“ einer Gesellschaft, woraus er folgerte, sie müssten innerhalb der Gesellschaft entsprechende Privilegien genießen dürfen. Schließlich wären sie das Resultat der „natürlichen Selektion innerhalb der Konkurrenz“.34 In einem Artikel zum Thema Sozialdarwinismus in The Humanist schreibt der Philosophieprofessor Stephen Asma über die Beziehung zwischen Spencer und den damaligen Kapitalisten:
„Es war Spencer, der den Terminus vom Überleben des Stärkeren prägte, den Darwin dann später in weiteren Ausgaben von Der Ursprung der Arten verwendete. Spencer und seinen amerikanischen Anhängern - wirtschaftliche Unternehmer wie John D. Rockefeller und Andrew Carnegie - waren der Überzeugung, dass die gesellschaftliche Hierarchie den unveränderlichen universellen Naturgesetzen entspreche. Und denen zufolge überlebt nur der Starke, während der Schwache untergeht. So waren die ökonomischen und Sozialstrukturen, die überleben, "stärker" und besser, und jene Strukturen, die nicht stark genug waren, wurden offensichtlich untergegangen.“35
Doch das Prinzip jeder gesellschaftlichen Entwicklung ist die Bewahrung geistiger und moralischer Werte. In Gesellschaften, in denen der Geist der Kooperation und Solidarität stark ist und die Menschen einander mit Achtung und Anteilnahme begegnen, können wirtschaftliche Probleme jederzeit im Geist der Zusammengehörigkeit gelöst werden. Es kann keinen wirtschaftlichen Fortschritt geben in einer Gesellschaft, in der sich menschliche Beziehungen zersetzt haben, es den Menschen an Anteilnahme und Verständnis mangelt, und jeder den anderen als Konkurrenten betrachtet. Es muss anders herum gehen: Alle Mitglieder einer Gesellschaft müssen an Problemlösungen mitarbeiten, die allgemeines Wohlbefinden und eine Steigerung der Lebensqualität bewirken und so ein gesellschaftliches Klima schaffen, in dem es nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale Sicherheit gibt. Das ist nur möglich, wenn religiöse, moralische Werte weiterhin Gültigkeit haben. Wie die neuere Geschichte gezeigt hat, können keine andere Gesellschaftsordnung und keine Ideologie dies gewährleisten.
Der Raubtierkapitalismus: Gemeinschaftswerk
von Sozialdarwinismus und Unglauben

Die Welt hat genügend Reichtümer für jeden, sie müssen aber in einer vernünftigen und gewissenhaften Weise verwendet werden. Nahrungsmittel werden in vielen Teilen der Welt vergeudet, während Menschen in anderen Ländern vor Hunger und Armut sterben. Wenn diesen Menschen Gerechtigkeit zuteil werden soll, muss die sozialdarwinistische Mentalität gänzlich ausgerottet werden.

Seit dem 19. Jahrhundert behaupten darwinistisch gesinnte Kapitalisten, nur die Reichen und Mächtigen hätten ein Recht zu leben, die Armen und Schwachen, Kranken und Behinderten hingegen seien eine gesellschaftliche Last, gerade gut genug, um sie auszubeuten. Das geschehe in Übereinstimmung mit den Naturgesetzen.
In vielen Ländern, in denen religiöse, moralische Werte außer Kraft gesetzt worden sind, herrscht noch immer dieses System der Ausbeutung und Unterdrückung. Die Kluft zwischen Reich und Arm wird immer größer, und niemand kümmert sich um die Lebensbedingungen der Bedürftigen. Entsprechend der Propaganda des Sozialdarwinismus verstoßen der Schutz und die Sorge um die Armen und Bedürftigen gegen angebliche Naturgesetze, weshalb sie nur als Bürde für die Gesellschaft gelten, die keiner Unterstützung wert ist.
Erschreckend große Einkommensunterschiede gibt es nicht nur innerhalb sondern auch zwischen einzelnen Ländern. Während in den Industriestaaten der Wohlstand wächst, machen sich in den Ländern der Dritten Welt Hunger, Krankheit und Elend breit. Dort sterben Hunderttausende an Seuchen und Hunger. Würde man jedoch vernünftig und umsichtig mit den reichlich vorhandenen Ressourcen der Erde umgehen, so wäre genug für alle da, die heute im Elend leben und verhungern.
Um die Ressourcen der Erde für alle nutzbar zu machen, ist es von eminenter Wichtigkeit, in aller Welt den Einfluss des Darwinismus auszumerzen. Das ist aber nur möglich, wenn an seine Stelle wieder die religiösen, moralischen Werte des Quran gesetzt werden. Denn im Gegensatz zu den ruchlosen darwinistischen Prinzipien der Konkurrenz und Unterdrückung garantieren die religiösen, moralischen Werte die Tugenden Solidarität, Hilfsbereitschaft und die Bereitschaft zum Teilen. In einem seiner Hadithen sagt der Prophet Muhammad (s.a.w.s): „Ein Gläubiger ißt nicht seine Mahlzeit, wenn sein Nachbar hungert.“36 Diese weisen Worte des Propheten Muhammad (s.a.w.s) gelten für jeden Muslim.
In vielen Seiner Verse hat Gott die Menschen zu Liebe, Mitleid, Anteilnahme und Altruismus verpflichtet und den Muslimen Beispiele für richtiges moralisches Verhalten gegeben. Während der Darwinismus es den Reichen erlaubt, andere Menschen nur als Stufen ihrer Erfolgsleiter zu benutzen, erlegen die moralischen Werte des Islam den Reichen auf, andere Menschen zu schützen. So steht es zum Beispiel in den folgenden Versen des Quran, den Gott den Menschen offenbart hat:
Und die unter euch, die großes Vermögen besitzen, sollen nicht schwören, ihren Verwandten und den Armen und denen, die auf Gottes Weg ausgewandert sind, nichts mehr zu geben, sondern Nachsicht üben und verzeihen ... (Sure 24:22– an-Nur)
Sie fragen dich, was sie spenden sollen. Sprich: "Was immer ihr an Gutem spendet, das sei für die Eltern und die Verwandten und die Waisen und die Armen und den Reisenden ..." (Sure 2:215– al-Baqara)



DAS 19. JAHRHUNDERT
Bilder aus Großbritannien in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Während ein Teil des Landes Reichtum und Wohlstand genoss, lebte der andere in Armut.
... So esst davon und speist den notleidenden Armen. (Sure 22:28– al-Hadsch)
Und von deren [der Betenden] Vermögen ein Teil für den Bittenden und den verschämten Armen bestimmt ist. (Sure 70:24, 25– al-Ma'aridsch)
Und die den Armen und die Waise und den Gefangenen speisen, auch wenn sie der Nahrung selbst bedürfen. „Seht, wir speisen euch um Gottes willen. Wir wollen weder Belohnung von euch noch Dank. Seht wir fürchten einen finsteren, unheilvollen Tag von Seiten unseres Herrn.“ (Sure 76:8-10 – al-Insan)


DAS 20. JAHRHUNDERT
Obwohl hundert Jahre vergangen sind hat sich nichts geändert. Dennoch sind die Reichtümer der Erde groß genug, dass jeder angenehm leben könnte. Es muss nur die Selbstlosigkeit, Zusammenarbeit und Solidarität, wie es die religiösen Moralwerte verlangen, verbreitet werden.

Und die unter euch, die großes Vermögen besitzen, sollen nicht schwören, ihren Verwandten und den Armen und denen, die auf Allahs Weg ausgewandert sind, nichts mehr zu geben, sondern Nachsicht üben und verzeihen. Wünscht ihr nicht, dass Gotteuch vergibt? Und Gott ist verzeihend und barmherzig…  (Sure 24:22 – an-Nur)

SOZIALDARWINISMUS UND MYTHOS VON BEVORZUGTER RASSEN


Rassismus gab es schon lange vor Darwin, doch Darwin hat dem Rassismus als erster ein pseudowissenschaftliches Mäntelchen umgehängt. Der Untertitel seines Buches Der Ursprung der Arten lautete „durch natürliche Selektion oder die Erhaltung der bevorzugten Rassen im Kampf ums Dasein”. Darwins Schriften zu diesem Thema, vor allem seine Thesen in Die Abstammung des Menschen lieferten den Nazis ihre Argumente für die angebliche Überlegenheit der arischen Rasse und den Irrglauben von der angelsächsischen Überlegenheit in Großbritannien. Im Rahmen von Darwins Theorie der natürlichen Selektion war auch die Rede vom „Gesetz des Dschungels“, einem gnadenlosen Kampf bis zum Tod in der Natur. Die Übertragung dieser Theorie auf die menschliche Gesellschaft führte zwangsläufig zu Konflikten und Kriegen zwischen den Nationen. Eine erschreckend hohe Zahl von prominenten Persönlichkeiten, von kriegslüsternen Politikern bis zu Philosophen und Wissenschaftlern, machten sich Darwins Theorien zu eigen. In seinem Buch The Twisted Road to Auschwitz (Die gewundene Straße nach Auschwitz) beschreibt Professor Karl A. Schleunes von der historischen Fakultät der North Carolina University, wie dies geschah:
„Darwins Begriff des Überlebenskampfs machten sich sehr schnell die Rassisten zu eigen ... Damit konnten sie ihre Auffassung von überlegenen und unterlegenen Rassen scheinbar wissenschaftlich untermauern ... und den Kampf zwischen ihnen legitimieren.“37

Ein schwarzer Sklave wurde gefoltert und ausgepeitscht und schließlich gelang ihm 1863 die Flucht. Während diesen Jahren vor dem Bürgerkrieg wurden Sklaven in Amerika häufig ausgepeitscht oder noch schlimmer misshandelt.
Mit den Thesen Darwins im Rücken glaubten Rassisten in aller Welt, endlich eine wissenschaftliche Theorie für ihre rassistische Überzeugung in Händen zu halten. Aber schon wenig später enthüllte die Wissenschaft, dass Darwins Theorien nicht zu halten waren und deshalb alle darauf aufbauenden geistigen und politischen Strömungen ihr ideologisches Rüstzeug verloren hatten.
Unter Bezugnahme auf den Darwinismus verfolgten die Nationalsozialisten eine barbarische Politik des Rassismus. Aber nicht nur in Deutschland erhob der „wissenschaftliche Rassismus“ sein schreckliches Haupt - auch in anderen Ländern, vor allem in Großbritannien und in den USA wurden die Stimmen von Rassisten und Intellektuellen immer lauter, die eine rassistische Politik forderten.
Im 19. und im frühen 20. Jahrhundert waren fast alle Evolutionisten zugleich Rassisten und scheuten sich nicht, dies offen auszusprechen. An zahlreichen Publikationen dieser Zeit ist dies sichtbar. In seinem Buch Outcasts from Evolution: Scientific Attitudes of Racial Inferiority (Geächtete der Evolution: Wissenschaftliche Attitüden rassischer Minderwertigkeit) beschreibt der Historiker John S. Haller, Professor für Geschichte an der Southern Illinois University, wie sehr die Evolutionisten des 19. Jahrhunderts von der Überlegenheit der Weißen Rasse über alle anderen Rassen überzeugt waren. In einem Artikel bezieht sich das Magazin New Scientist auf Haller:
„... äußerst wichtig zu lesen ... dokumentiert, was schon länger zu vermuten war: nämlich den unverhohlenen, festen und fast einstimmigen Rassismus von US-Wissenschaftlern im 19. und bis in das 20. Jahrhundert hinein. Von Anfang an betrachteten diese Intellektuellen die Afroamerikaner als unzuverlässig, unveränderbar und unwiderruflich minderwertig.“38
Einige der Thesen Hallers wurden im Magazin Science folgendermaßen kommentiert:
„Neu während der Viktorianischen Epoche war der Darwinismus ... Bis 1859 waren die Wissenschaftler mit der Frage beschäftigt, ob Schwarze zur gleichen Rasse gehören wie Weiße. Nach 1859 stellten sich infolge der Evolutionstheorie weitere Fragen, vor allem ob afroamerikanische Menschen der Konkurrenz mit der ihnen nahe verwandten weißen Rasse standhalten könnten. Die Antwort war ein einhelliges Nein ... Fortan galten Afroamerikaner gegenüber Weißen als minderwertig, weil sie angeblich das “Missing Link” zwischen Affen und Teutonen waren.“39
Selbstverständlich war diese These grundfalsch. Dass Menschen eine andere Hautfarbe und unterschiedliche ethnische Ursprünge haben, macht sie keineswegs höher- oder minderwertig. Dass sich ein derartiger Denkfehler im 19. Jahrhundert so rasant verbreiten konnte, lag am schlichten Unwissen der damaligen Zeit, das wiederum dem damals noch unterentwickelten Stand der Wissenschaft geschuldet war.
Ein weiteres prominentes Beispiel eines offen rassistischen Wissenschaftlers war der Biologe Edwin G. Conklin von der amerikanischen Princeton University, der seinen Rassismus in schonungsloser Offenheit formulierte:
„Der Vergleich einer heutigen Menschenrasse mit dem Homo Neandertalensis oder dem Homo Heidelbergensis zeigt ... (dass) negroide Rassen der ursprünglichen Rasse (affenartigen Vorfahren) menschlichen Frühformen wesentlich mehr ähneln als die weiße oder gelbe Rasse. Diese Tatsache setzt all jene ins Recht, die von der Überlegenheit der weißen Rasse überzeugt sind und deshalb deren Reinerhaltung und die Rassentrennung befürworten.“40
In ähnlichem Sinn äußerte sich schon William Sollas, Professor für Geologie und Paläontologie an der Oxford University in seinem 1911 erschienenen Buch Ancient Hunters (Urzeitliche Jäger):
„Die Gerechtigkeit gehört den Starken, und sie ist so bemessen, dass sie jede Rasse gemäß ihrer Stärke erreicht. ... Es ist nicht die Frage, wer zuerst da war, sondern die Fähigkeit, das Land zu nutzen, die den Besitzanspruch legitimiert. Deshalb ist es für jede Rasse eine selbstauferlegte Pflicht, auch im Namen der ganzen Menschheit, ihre eigene Stärke mit allen Mitteln zu steigern. Wenn sie diese Pflicht nicht erfüllt, sei es in Kunst oder Wissenschaft oder bei ihrer Selbstverteidigung, wird sie von der natürlichen Selektion dafür bestraft, jenem strengen, aber wohlmeinenden Tyrannen der organischen Welt: und zwar schnell und präzise.“41

In der Mitte des 20. Jahrhunderts entstand in gewissen Regionen der USA ein anderer Rassismus. Der Ku Klux Klan, dessen Ideologie auf Gewalt beruhte, war einer der prominentesten Befürworter des amerikanischen Rassismus. Diese Organisation unterstützte irrige Ansichten wie die Überlegenheit der weißen Rasse und ist für den Tod vieler Menschen verantwortlich.
Zu behaupten, dass die Gerechtigkeit den Starken gehört, führt zwangsläufig zu schrecklichem sozialen Chaos. Unabhängig von den unterschiedlichen Bedingungen und Umständen müssen alle Menschen teilhaben können an Gerechtigkeit, ungeachtet ihrer Hautfarbe, Sprache oder ihres Geschlechts. Die Behauptung darwinistischer Rassisten, dass Gerechtigkeit nur für die Starken gilt, entspricht in keiner Weise der Wahrheit. Jeder hat das Recht, für sich selbst und seine Gesellschaft die höchsten Güter zu wünschen, aber er hat nicht das Recht, bei der Erreichung dieser Ziele das Lebensrecht anderer mit Füßen zu treten. Das Gegenteil zu behaupten, ist eine Beleidigung der menschlichen Vernunft und aller moralischen Grundsätze.
Selbst in den Schriften späterer Evolutionisten, die sich nicht als Rassisten begriffen, findet man rassistische Ansichten - was wegen ihres Darwinismus nicht erstaunlich ist. Einer davon war der Paläontologe George Gaylord Simpson, der zwar ständig und heftig von sich behauptete, kein Rassist zu sein, aber damals in Science einen Artikel veröffentlichte, in dem es hieß, rassische Unterschiede seien ein Resultat der Evolution und manche Rassen seien anderen eben überlegen:
„Die Evolution verläuft nicht notwendigerweise in verschiedenen Populationen im gleichen Tempo ab. Man wird in der Tierwelt immer wieder Spezies finden, die sich langsamer entwickelt haben und deshalb noch primitiver sind, sei es im Ganzen oder in Einzelaspekten. Es ist ganz natürlich, wenn angesichts dessen so mancher fragt, ob es sich bei den unterschiedlichen menschlichen Rassen nicht ebenso verhalten könnte. Und in der Tat lassen sich Anhaltspunkte dafür finden, dass es so zu sein scheint.“42
Trotz seines mangelnden wissenschaftlichen Charakters wurde der moderne Aberglaube Simpsons aus ideologischen Gründen von bestimmten Kreisen gierig aufgegriffen. In ihrer Verteidigung der unwissenschaftlichen Thesen der Evolutionstheorie unterstützten noch weitere Wissenschaftler in ihren Publikationen den Rassismus. In einem Artikel mit der Überschrift The Evolution of Human Races (Die Evolution menschlicher Rassen) stellte Henry Fairfield Osborn, damaliger Präsident des American Museum of Natural History und darwinistisch-rassistischer Anthropologe Anfang des 20. Jahrhunderts Vergleiche zwischen unterschiedlichen Rassen an und kam anschließend zu haarsträubend unwissenschaftlichen Schlussfolgerungen:
„Das Intelligenzniveau eines durchschnittlichen erwachsenen Negers entspricht dem eines elfjährigen Jungen der Gattung Homo sapiens.“43
Wie solchen Äußerungen zu entnehmen ist, waren die meisten evolutionistischen Wissenschaftler im 19. und frühen 20. Jahrhundert Rassisten, die sich über die Gefährlichkeit ihrer Weltsicht keine Gedanken machten. Zu den verhängnisvollen Folgen des sogenannten „wissenschaftlichen“ Rassismus hat sich der amerikanische Wissenschaftler James Ferguson folgendermaßen geäußert:
„Im Europa des 19. Jahrhunderts war die Rassentheorie eine Art Pflichtübung für die sich entwickelnden Humanwissenschaften. Die damaligen frühen Anthropologen verhalfen der Theorie von der Überlegenheit der arischen Rasse zum Durchbruch, die später zur ideologischen Grundlage des institutionalisierten Rassismus in Hitlerdeutschland und noch später zum Rassismus in Südafrika führte.“44
In einem Artikel über die rassistischen Ansichten evolutionistischer Anthropologen schrieb der verstorbene Evolutionist Stephen Jay Gould:
„Eine kritische Würdigung der Anthropologie im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert ist nicht möglich ... ohne ihre Obsession in Bezug auf die Rassenforschung mit einzubeziehen.“45
Sobald die Evolutionstheorie als wissenschaftlich fundiert galt, redeten Wissenschaftler offen über “minderwertige” Rassen und davon, dass manche Rassen den Affen näherstünden als den Menschen. Hitler ergriff diese Gelegenheit beim Schopf und ließ Millionen Menschen ermorden, weil sie als minderwertig, unterentwickelt, oder unheilbar krank galten. Einer der Hauptgründe dafür, warum so viele Evolutionisten im 19. Jahrhundert Rassisten waren, lag darin begründet, dass ihr geistiger Vater Darwin selbst rassistische Gedanken hegte.
Schon Darwin war Rassist
Die allermeisten heutigen Evolutionisten werden nicht müde zu beteuern, dass sie im Gegensatz zu ihren Vorläufern im 19. Jahrhundert keine Rassisten seien, und sie versuchen ständig, Darwin von diesem Vorwurf reinzuwaschen. In Ihren Beiträgen über Darwin werden große Anstrengungen unternommen, um ihn als mitleidsfähig, wohlmeinend und als Gegner der Sklaverei darzustellen. Aber in Wirklichkeit glaubte Darwin, dass seine Theorie der natürlichen Selektion eine wissenschaftliche Begründung für Rassendiskriminierung liefere. In seinen Büchern, manchen Briefen und privaten Aufzeichnungen tauchen ständig offen rassistische Formulierungen auf. In Die Abstammung des Menschen zum Beispiel behauptete er, dass Rassen wie Schwarze und Aborigines minderwertig seien und im Lauf der Zeit durch den Überlebenskampf untergehen würden:





Die Ureinwohner Australiens oder die Aborigines, die Darwinisten als minderwertig betrachten, sind nicht anders als irgendeine andere Rasse. Das Foto rechts zeigt die australische Athletin Cathy Freeman, eine Eingeborene, als sie 2000 die Olympische Flamme entzündete.
„In nicht allzu ferner Zeit, die nicht einmal in Jahrhunderten zu messen ist, werden die zivilisierten Rassen mit hoher Wahrscheinlichkeit die unzivilisierten Rassen in der ganzen Welt ausgelöscht haben und an deren Stelle getreten sein. Auch die Menschenaffen wird es dann ... zweifellos nicht mehr geben. Die Kluft zwischen dem Menschen und seinen nächsten Verwandten wird dann noch größer sein, weil er den Unterschied zwischen zivilisierten Menschen, so ist zu hoffen, und Affenarten wie dem Pavian verstärken wird, ähnlich wie den zwischen einem australischen Aborigine und einem Gorilla.“46
Mit diesen Worten setzt Darwin bestimmte Rassen mit Primaten gleich und prophezeit, dass „zivilisierte Menschenrassen“ die „wilden Rassen“ aus der Welt verschwinden lassen würden. Anders ausgedrückt: Er sagte einen Genozid voraus, eine gewaltige ethnische Säuberung in der nahen Zukunft. Und tatsächlich ist es dazu gekommen. Denn die Rassisten des 20. Jahrhunderts benutzten skrupellos Darwins Evolutionstheorie zur Rechtfertigung für ihre grauenvollen Massaker. Die herausragenden Beispiele dafür sind die Ermordung von annähernd 40 Millionen Menschen durch die Nazis während des 2. Weltkriegs, die brutale Apartheid-Politik der Weißen gegenüber den Schwarzen in Südafrika, rassistische Angriffe gegen Türken und andere Immigranten in Europa, die Rassendiskriminierung in den USA, die Unterdrückung der Aborigines in Australien und der stärker werdende Neo-Nationalsozialismus in einigen europäischen Ländern. All diese Strömungen bezogen ihre Legitimation aus der angeblich wissenschaftlichen Theorie Darwins. (Zum Zusammenhang zwischen Faschismus, Rassismus und Darwinismus siehe Harun Yahya's Faschismus: Die blutige Ideologie des Darwinismus, April 2002)

Darwin's book The Voyage of the Beagle
Aber es gibt noch weitere Äußerungen Darwins zu diesem Thema. In seinem vor Der Ursprung der Arten erschienenen Buch The Voyage of the Beagle (Die Reise der Beagle) spricht er von seiner Begegnung mit „unterentwickelten“ Menschenrassen in Feuerland:
„Es war mit Abstand das merkwürdigste und faszinierendste Schauspiel, das ich je erlebt habe. Ich hätte vorher nie geglaubt, wie riesengroß der Unterschied zwischen zivilisierten und wilden Menschen ist. Er ist noch viel größer als der zwischen einem wilden und einem domestizierten Tier ... Ich glaube, dass man auf der ganzen Welt nicht noch einmal ein derart niedriges Entwicklungsniveau finden wird.“47
Und so beschrieb Darwin die Eingeborenen Patagoniens, die er Barbaren nannte:
„Vermutlich gibt es nichts, dass so Staunen erregend ist wie der Anblick eines Barbaren in seinem Schlupfwinkel - ein Mensch von unglaublicher Primitivität und Wildheit. Unwillkürlich schweift das innere Auge des Betrachters Jahrhunderte weit zurück, und man fragt sich, ob unsere Vorfahren wirklich so ausgesehen haben können - es sind Menschen, deren Ausdrücke und Zeichen für uns noch schwerer verständlich sind als die von domestizierten Tieren ... Ich glaube nicht, dass es möglich ist, den Unterschied zwischen einem zivilisierten und einem wilden Menschen zu beschreiben oder zu malen.“48
In einem Brief an Charles Kingsley beschrieb Darwin die Eingeborenen in Feuerland:
„Ich erkläre hiermit, dass der Gedanke, der mich ergriff, als ich in Feuerland zum ersten Mal einen der nackten, bemalten, frierenden, abscheulichen Wilden sah, mich mit Abscheu erfüllte: Dieses haarige Biest sollte einer meiner Vorfahren sein? Affen sind dagegen gutmütige Lebewesen.“49
Diese Äußerungen belegen Darwins Rassismus. Während er bestimmte Rassen bedenkenlos verächtlich macht, entmenschlichte und Affen als gutmütige Tiere lobte, sagte er offen, dass „niedere“ Rassen ausgelöscht werden müssten, weil dies eine logische Konsequenz aus der natürlichen Selektion und ein Beitrag zum Fortschritt der Menschheit sei. In einem Brief an den Wissenschaftler W. Graham schreibt er im Juli 1881:





Als Sklaven in Süd-West Afrika 1904 ihre Freiheit suchten, wurden sie grausam unterdrückt.
„Ich kann beweisen, dass der Kampf - beruhend auf der natürlichen Selektion - zum Fortschritt der Zivilisation mehr und mehr Nutzen bringt, als Sie sich vorstellen. Man sollte daran denken, in welcher Gefahr die europäischen Staaten vor einigen Jahrhunderten schwebten, als sie von den Türken überrannt wurden, um sich klar zu werden, wie lächerlich eine derartige Vorstellung heute ist! Aber in einem heroischen Kampf ums Überleben haben die höher entwickelten kaukasischen Rassen die Türken vernichtend geschlagen. Wenn man sich die Welt in nicht all zu ferner Zukunft vorstellt, wird man erkennen, wie viele unterentwickelte Völker bis dahin durch höher entwickelte Rassen ausgelöscht sein werden.“ 50
Darwins rassistischer Unsinn wird hier sogar bezogen auf eine so hochmoralische und glorreiche Nation wie die Türkei. (Einzelheiten zu Darwins haltlosen und feindseligen Äußerungen über die Türkei sind dargelegt in Harun Yahyas Evrim Teorisinin Irkçi Yüzü: Darwin'in Türk Düsmanligi (Das rassistische Gesicht der Evolutionstheorie: Darwins Feindschaft gegenüber den Türken), Kultur Verlag, Istanbul, Oktober 2001.)
Mit seiner Prophezeiung gemäß der obskuren Theorie, dass „niedere Rassen“ ausgelöscht werden würden, hat Darwin nicht nur dem Rassismus Vorschub geleistet, sondern zugleich eine pseudowissenschaftliche Grundlage geliefert für all die Rassenkriege, Massaker und Völkermorde, zu denen es später im 20. Jahrhundert tatsächlich kam.
Die Evolutionisten unternehmen große Anstrengungen, um Darwins Namen vom Rassismus fernzuhalten, aber Stephen Jay Gould von der Harvard University weist durch Verweis auf eine Passage in Der Ursprung der Arten nach, dass Darwin den Rassismus befürwortete:
„Biologische Begründungen für Rassismus gab es auch schon vor 1859, aber sie nahmen infolge der Akzeptanz der Evolutionstheorie rapide zu.“51
Auch andere prominente Verfechter der Evolutionstheorie, zum Beispiel Thomas Huxley, waren Rassisten. Unmittelbar nach dem amerikanischen Bürgerkrieg und der Sklavenbefreiung schrieb Huxley:
„Kein vernünftiger Mensch, der die Tatsachen kennt, glaubt daran, dass der Durchschnittsneger dem Weißen Mann ebenbürtig, geschweige denn überlegen sein kann. Wenn dem also so ist, wäre es schlechterdings unglaublich, dass, selbst wenn all seine Unzulänglichkeiten beseitigt wären und unser Vorfahr mit der vorragenden Kieferpartie freies Feld, keinen Vorteil und auch keinen Unterdrücker hätte, dass er dann erfolgreich wetteifern könnte mit seinem Rivalen, der zwar kleinere Kiefer, aber dafür ein größeres Gehirn hat. Denn dieser Wettstreit wird nicht mit Bissen, sondern mit Ideen ausgetragen.“52
Huxley redet über Schwarze, als ob sie Tiere und keine Menschen seien, und stellt die inzwischen widerlegte These auf, dass Schwarze unvermeidlicherweise der Menschheitsentwicklung hinterher hinkten.
Die Saat des Rassismus, zusammen mit der des Darwinismus, ging im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts auf und blühte bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Friedrich Nietzsche, ein Zeitgenosse Darwins und leidenschaftlicher Anhänger der Evolutionstheorie, verwendete Begriffe wie „Übermensch“ und „Herrenrasse“, und diese Philosophie mündete in den Nationalsozialismus. Erst Hitler und die Nazis erweiterten Darwins Gesetz des Dschungels zu einer Staatsphilosophie, die zu 40 Millionen Toten führte.
Genetisch betrachtet gibt es keine Rassenschranken zwischen den Menschen

Zwei junge Schwarze wurden 1902 aufgehängt, weil sie Angehörige einer anderen Rasse waren. Im 21. Jahrhundert hat man jedoch erkannt, dass in biologischer Hinsicht keine Unterschiede zwischen den Rassen existieren.
Vor allem in den letzten zehn Jahren hat die Genforschung enthüllt, dass es biologisch gesehen keine Rassenunterschiede gibt. Darin sind sich die allermeisten Wissenschaftler einig. Zum Beispiel haben Wissenschaftler der Advancement of Science Convention in Atlanta Folgendes veröffentlicht:
„Der Begriff Rasse ist sozialer Natur, weitgehend abgeleitet von Wahrnehmungen, die durch geschichtliche Ereignisse geprägt werden. In der Biologie ist er fehl am Platz.“53
Die Forschung hat ergeben, dass die genetischen Unterschiede zwischen den Rassen sehr gering sind, und dass rassische Unterschiede nicht genetisch definiert werden können. Wissenschaftler haben festgestellt, dass es in aller Regel zwischen zwei Menschen nur eine genetische Differenz von 0,2 % gibt, selbst innerhalb der gleichen Gruppe. Sogar bei äußerlichen Merkmalen wie Hautfarbe oder Augenform liegt die Differenzquote nur bei 6 % dieser 0,2 %. Daraus ergibt sich auf der genetischen Ebene insgesamt nur der Faktor 0,012 % - eine zu vernachlässigende Größe also.54

Die New York Times publizierte einen Artikel unter der Titelzeile „Sind Rassen unterschiedlich? Nicht wirklich, die DNS beweist es.“
Diese neuesten Erkenntnisse finden sich zusammengefasst in der Ausgabe der New York Times vom 22. 8. 2000 in einem Artikel von Natalie Angier unter der Überschrift „Do Races Differ? Not Really, DNA Shows“ (Sind die Rassen unterschiedlich? Nicht wirklich, die DNS beweist es):
Wissenschaftler haben schon länger vermutet, dass es für die gesellschaftlich reklamierten Rassendifferenzen keine genetischen Anhaltspunkte gibt. Aber umso näher die Forscher der Entschlüsselung des menschlichen Genoms kommen - die Gesamtheit der in den Zellkernen jedes menschlichen Körpers enthaltenen genetischen Bausteine - desto mehr sind die meisten von ihnen überzeugt, dass alle bisher angewandten Kriterien zur Unterscheidung von Rassen keine oder nur geringe Bedeutung haben. Sie stellen fest, dass es zwar leicht ist, schon auf den ersten Blick zu sagen, ob jemand zur kaukasischen, afrikanischen oder asiatischen Rasse zählt, dass sich diese Mühelosigkeit aber schnell verflüchtigt, sobald man die Ebene der äußerlichen Merkmale verlässt und versucht, im Genom DNS-Merkmale für rassische Zugehörigkeit zu finden.55
Dr. J. Craig Venter, Leiterin der Cilera Genomics Corp., die zusammen mit Wissenschaftlern des National Institute of Health das Humangenomproject durchführt, sagt klar und deutlich: „Rasse ist ein sozialer, kein wissenschaftlicher Begriff.“ Deshalb gibt es für ihn nur einzige menschliche Rasse.56
Dr. Harold P. Freeman, Präsident des North General Hospital in New York, fasst die Ergebnisse seiner Forschung zum Zusammenhang von Biologie und Rasse folgendermaßen zusammen:

Then when the Trumpet is blown, that Day there will be no family ties between them; they will not be able to question one another. (Surat al-Muminun, 101)
„Wenn Sie mich fragen, wie hoch der Prozentsatz der für Ihr äußeres Aussehen verantwortlichen Gene ist, soweit sie sich auf rassische Merkmale beziehen, so lautet meine Antwort: höchstens 0,01 %. Das ist ein sehr, sehr kleiner Teil Ihrer genetischen Ausstattung.“57
Zu derselben Schlussfolgerung kommt ein weiterer Wissenschaftler, Alan R. Templeton, Professor für Biologie an der Washington University, der die DNS verschiedener Menschen aus unterschiedlichen Rassen untersucht hat. Er hat dabei festgestellt, dass trotz der großen genetischen Vielfalt unter den Menschen die Unterschiede meistens nur auf der individuellen Ebene liegen. Es mag zwar einige Unterschiede hinsichtlich der Rassenzugehörigkeit geben, aber sie sind sehr klein. Templeton fasst seine Untersuchungsergebnisse auf dem Hintergrund seiner evolutionistischen Überzeugung folgendermaßen zusammen:
„Rasse ist ein kulturell, politisch und wirtschaftlich brauchbarer Begriff in jeder Gesellschaft, aber kein biologisch sinnvoller. Aber leider glauben viele Menschen fälschlicherweise noch immer, es gäbe genetische Rassenunterschiede. Ich will damit das ... Thema versachlichen. Die sorgfältige und objektive Analyse zeigt, dass das Ergebnis nicht einmal der Erwähnung wert ist: Es gibt aus genetischer Sicht keine Unterschiede zwischen den Rassen.“58
Wie aus Templetons Untersuchungen hervorgeht, ist die genetische Ähnlichkeit zwischen Europäern und Afrikanern südlich der Sahara sowie zwischen Europäern und Melanesiern auf den Inseln nordöstlich von Australien größer, als die Ähnlichkeit zwischen Afrikanern und Melanesiern. Und das, obwohl sich äußerlich die Afrikaner und Melanesier in verschiedener Weise viel ähnlicher sind: Beide sind dunkelhäutig, haben eine ähnliche Haarstruktur und ähnliche Schädel- und Gesichtszüge. Obwohl derartige Merkmale normalerweise zur Rassenunterscheidung herangezogen werden, ist jedoch die genetische Differenz sehr gering. Deshalb kommt Templeton zur Feststellung, dass „rassische Merkmale“ keine genetische Basis haben.59
In ihrem Buch The History and Geography of Human Genes (Die Geschichte und Geographie der menschlichen Gene) gelangen die Bevölkerungsgenetiker Luca Cavalli-Sforza, Paolo Menozzi and Alberto Piazza zu folgender Schlussfolgerung:
Wenn man die für Oberflächenmerkmale wie Hautfarbe und Körperbau verantwortlichen Gene veranschlagt, zeigt sich, dass sich die menschlichen „Rassen“ unter der Haut bemerkenswert ähnlich sind. Die Unterschiede sind zwischen Individuen wesentlich größer als zwischen Gruppen.60
In der Time-Rezension ihres Buches steht dazu Folgendes:
„In der Tat ist die Vielfalt unter Individuen derart groß, dass die gesamte Rassentheorie auf der genetischen Ebene nahezu bedeutungslos erscheint. Die Autoren behaupten, dass es keinerlei wissenschaftliche Basis gibt für irgendwelche Theorien, denen zufolge es genetisch höhere und niedere Rassen gibt ... Trotz aller Schwierigkeiten haben die Forscher einige mythenzerstörende Entdeckungen gemacht. Eine davon prangt schon auf der Titelseite ihres Buches: Eine farbige Weltkarte der Genvariationen zeigt Afrika am einen, und Australien am anderen Ende des Spektrums. Weil die australischen Aborigines und Afrikaner südlich der Sahara äußere Merkmale wie Hautfarbe und Körperbau gemeinsam haben, glaubte man lange Zeit, sie seien eng verwandt. Aber ihre Gene erzählen eine andere Geschichte. Von allen Menschen sind die Aborigines genetisch am weitesten von den Afrikanern entfernt und wesentlich enger verwandt mit ihren Nachbarn in Südostasien.“61
KLEINES NIGERIANISCHES MÄDCHEN FÜR Experimente missbraucht
Manche Pharmaunternehmen testen ihre neuen Produkte an Bürgern aus afrikanischen, osteuropäischen, asiatischen und südamerikanischen Ländern. Während dieser Experimente werden moralische und professionelle Gesetze verletzt. Ein 18,5 Kg (40 Pfund) schweres 10-jähriges Mädchen aus der nigerianischen Stadt Kano litt im Jahre 1996 wegen einer Gehirnhautentzündung unter schrecklichen Schmerzen. Eine weltbekannte amerikanische Pharmafirma testete an Kindern in einem eigens errichteten Camp ein bis dahin noch nicht lizenziertes Antibiotikum. Für die Firma war der Test des Arzneimittels von großer Bedeutung: Aktienbörsen schätzten, wenn die Food and Drug Authority die Lizenz erteilen würde, einen Gewinn der Firma von $1 Milliarde. In Amerika konnte die Firma keine Testpersonen finden und musste deshalb nach Kano gehen.
Die Ärzte der Firma gaben dem Mädchen zu Beginn eine tägliche Versuchsdosis von 56 mg dieses Antibiotikums. Am dritten Tag starb das Mädchen. Nachforschungen der Washington Post zeigten, dass bezahlte Medikamentenversuche in Afrika, Asien, Osteuropa und Südamerika zunehmend verbreitet ist. Um die strengen Regeln der American FDA zu umgehen, arbeiten einige amerikanische Firmen mit Ärzten aus diesen Ländern zusammen und zehntausende von Bürgern aus Drittweltländern werden als Versuchskaninchen in den Experimenten verwendet. Obwohl ein Sprecher der betreffenden Firma bestätigte, dass die Versuche die nötigen Bewilligungen hatten, sind Experten der Meinung, dass das Meningitis-Experiment in dem Nigeria-Zwischenfall mit medizinischer Ethik und Vorschriften in vieler Hinsicht inkompatibel war. Zum Beispiel, Versuche dieser Art müssen mindestens ein Jahr dauern, der Versuch in Nigeria dauerte nur sechs Wochen. In Amerika erhalten Meningitiskranke normalerweise schnell wirkende intravenöse Arzneimittel, aber das nigerianische Mädchen erhielt oral ein Mittel, welches zuvor noch nie an Kindern getestet wurde. Im Fall von negativen Wirkungen bei dieser Testart muss das Arzneimittel sofort abgesetzt und ein anderes Mittel verabreicht werden. Die Pharma Firma gab dem kleinen Mädchen andauernd nur das gleiche Präparat bis sie schließlich starb.
Das besagte Arzneimittel erhielt niemals die Bewilligung für die Anwendung bei Kindern. In Amerika wurde der Gebrauch wegen Nierenschäden und Todesfällen eingeschränkt, in Europa wurde das Produkt völlig verboten. Das zeigt, wie gefährlich es tatsächlich war.1
DARWIN’S LEICHENRÄUBER
Im Anschluss an die Publizierung des Der Ursprung der Arten begannen sehr eifrige Darwinisten nach dem „fehlenden Bindeglied“ in der sogenannten menschlichen Evolution zu suchen. Rassistische Evolutionisten glaubten, dass die Ureinwohner von Australien eine der Vorstufen der menschlichen Evolution wären. Um diese irrigen Vorstellung zu beweisen, begannen sie Leichen aus Gräbern der Aborigines zu stehlen und an amerikanische und europäische Museen zu verkaufen. Die schockierende Information erschien in der australischen Wochenschrift The Bulletin in 1991 unter dem Namen von David Monaghan. 2 Er arbeitete an dem Bericht 18 Monate, stellte Nachforschungen in London an und produzierte einen Dokumentarfilm unter dem Namen „Darwin’s Leichenräuber“ der in England am 8. Oktober 1990 in den Kinos erschien. Einige von Monaghan’s Informationen sind hier abgedruckt:
• US Evolutionisten waren in dieser blühenden “Industrie” des Sammelns von “subhumanen” Mustern tief verwickelt. The Smithsonian Institution in Washington besitzt die Reste von 15.000 Individuen von verschiedenen Rassen. [Diese gesammelten Muster waren natürlich nicht wie behauptet, Menschen einer minderwertigen Rasse, sondern Menschen aus anderer ethnischen Herkunft und Rassen mit unterschiedlichen physiologischen Strukturen.]

Die diskriminierenden Praktiken gegen die Ureinwohner Australiens halten heute noch an. Das obige Foto zeigt eine Gruppe, die gegen die Enteignung ihres Grund und Bodens protestieren.
• Neben den Museumsdirektoren aus der ganzen Welt waren auch einige sehr bekannte britische Wissenschaftler in diesem groß angelegten Grabräuber-Handel verstrickt.3 Darunter waren auch der Anatom Sir Richard Owen, der Anthropologe Sir Arthur Keith und Charles Darwin selbst. Darwin verlangte tasmanische Schädel, als nur noch vier reinrassige tasmanische Ureinwohner am Leben waren, vorausgesetzt, dass seine Bitte nicht ihre Gefühle „verletzte“. Museen waren nicht nur an Knochen interessiert, sondern auch an frischen Häuten. Diese würden interessante evolutionäre Ausstellungsstücke liefern, wenn sie ausgestopft sind.
• In Spiritus eingelegte Gehirne der Ureinwohner waren ebenfalls gefragt, da man damit zu beweisen versuchte, dass diese minderwertiger wären, als die der Weißen.
• Es gibt keine Zweifel an den schriftlichen Beweisen, dass viele der „frischen“ Muster erworben wurden, indem man einfach hinging und die Ureinwohner tötete.
• Der Direktor des Australian Museum in Sydney von 1874 bis 1894, Edward Ramsay, war besonders intensiv beteiligt. Er veröffentlichte einen Museumskatalog, in dem die Aborigines unter der Bezeichnung „Australische Tiere“ erschienen. Er gab nicht nur Anweisungen, wie die Gräber zu berauben sind, sondern auch wie die Einschusswunden in frisch getöteten “Mustern” verstopft werden sollten. Viele freiberufliche Mitarbeiter arbeiteten unter seiner Leitung. Vier Wochen, nachdem er Schädeln von Bungee (Russell River) Schwarze verlangt hat, sandte ihm ein aufgeweckter junger Wissenschaftsstudent zwei davon mit der Bemerkung, dass diese soeben erschossenen Personen die letzten ihres Stammes waren.4
• Eine deutsche Evolutionistin, Amalie Dietrich kam nach Australien und fragte Tankstellenbesitzer nach den Aborigines, die als Muster geschossen werden sollten, insbesondere nach Häuten zum Ausstopfen und zum Ausstellen in dem Museum ihres Arbeitsgebers.5
Eine andere Studie dokumentiert die Misshandlungen und Morde an den Ureinwohner in dem Buch Aborigines in White Australia: A Documentary History of the Attitudes Affecting Official Policy and the Australian Aborigine 1697–1973 (Aborigines in Weiß-Australien: Eine dokumentierte Geschichte der Einstellungen, die die offizielle Politik und die australischen Aborigines 1697-1973 betraf), bearbeitet von Sharman Stone, parlamentarischer Sekretär des australischen Ministers für Umwelt und Erbe. Abgesehen von einigen wenigen Kommentaren des Verfassers besteht dieses Buch aus parlamentarischen Aufzeichnungen, Untersuchungsberichten, Briefen an den Verfasser und anthropologische Berichte.

Sir Douglas Nicholls, der erste geborene Australier, der zum Ritter geschlagen wurde, mit seiner Frau.
In dem Buch erstellt Stone das folgende Verhältnis zwischen Darwins Theorie und den Morden an den Aborigines:
In Charles Darwins Buch Der Ursprung der Arten aus 1859 wurde der Begriff der biologischen (und deshalb sozialen) Entwicklung populär gemacht. Gelehrte begannen die Zivilisation als einen unilineraen Prozess mit Rassen, die in der Lage sind, eine unterteilte Skala auf- und abzusteigen zu diskutieren. Der Europäer war der „Tauglichste, um zu überleben“. [Der Eingeborene] war gemäß dem „Naturgesetz“ zum Aussterben verdammt, wie der Dodo und der Dinosaurier. Diese Theorie, unterstützt von den vorhandenen Beweisen, wurde bis weit in das zwanzigste Jahrhundert zitiert, bis man merkte, dass sich die dunkelhäutigen Rassen vermehrten. Bis dahin konnte die Theorie verwendet werden, die Missachtung und den Mord zu rechtfertigen. 6
Der Herausgeber des Buches machte klar, dass manche europäische Darwinisten den Tod der Aborigines als Beweis anführten, dass sie als Konsequenz des „Naturgesetzes“ zum Aussterben verurteilt waren. Jedoch im 20. Jahrhundert erkannte man, dass diese angeblichen Beweise nicht gültig waren. Die Aborigines starben nicht auf Grund irgendeines Naturgesetzes, sondern durch die Misshandlungen, unter denen sie litten. Natürlich wurde auch erkannt, dass die Behauptungen Darwins unwahr waren, als man beobachtete, dass die Anzahl der dunkelhäutigen Menschen anstieg.
Die Antworten eines Polizeioffiziers während einer Untersuchung der Royal Commission in 1861 helfen klarzustellen, dass die rassistische Grundlage und die Misshandlung der Aborigines zu dieser Zeit als völlig normal angesehen wurden. Der Offizier wurde gefragt:
„Und wenn wir die Schwarzen nicht bestrafen, würden sie dies als Eingeständnis von Schwäche sehen?“
„Ja, das ist genau meine Meinung.“
„Es ist die Frage, wer die stärkste Rasse sei – wenn wir uns damit abfinden, würden sie uns dafür verachten?“
"Ja." 7
Nach dem Bericht von Stone wurde in einer Nachrichtenreportage von 1880 folgendes geschrieben:
Nichts was wir tun können wird die unerforschlichen und außerdem unwandelbaren Gesetze verändern, die unseren Fortschritt auf dieser Erde bestimmen. Durch diese Gesetze wurden die Ureinwohner Australiens nach dem Erscheinen des weißen Mannes verdammt und das einzige was uns zu tun übrig bleibt ist, es mit so wenig Grausamkeit wie möglich auszuführen. Wir müssen die Schwarzen durch Angst regieren. 8
Diese Zeilen zeigen nochmals die Brutalität in dem Herzen der sozialdarwinistischen Perspektive. Diese Menschen wurden als eine Spezies Tier betrachtet, wurden aber auf eine Weise behandelt wie niemand ein Tier behandeln würde, einfach deshalb, weil ihre Haut eine dunklere Farbe hat und weil sie gewisse unterschiedlichen physischen Charakteristika hatten – ein weiterer Beweis der Grausamkeit der Sozialdarwinisten. Ein Brief aus 1880 an eine Zeitung beschreibt die Unterdrückung der Aborigines:
Das, klar ausgedrückt, ist, wie wir die Aborigines behandeln: Bei der Besetzung von neuen Gebieten werden die Ureinwohner genau so wie wilde Tiere oder Vögel behandelt, die die Siedler hier finden. Ihr Leben und ihr Eigentum, die Netze, Kanus … werden von den Europäern zu ihrer gänzlichen Verfügung gehalten. Ihre Waren konfisziert, ihre Kinder gewaltsam geraubt, ihre Frauen weggebracht, völlig nach der Laune der Weißen. Das geringste Anzeichen von Widerstand wurde mit einer Gewehrkugel beantwortet. [Diejenigen] die dazu Lust hatten mordeten, schändeten und beraubten die Schwarzen ohne Hemmung. Sie waren nicht nur unbehindert, sondern die Kolonialregierung war immer bereit, sie vor den Konsequenzen ihrer Verbrechen zu retten. 9
Was hier erzählt wurde ist nur ein winziger Teil des dunklen Gesichtes des Sozialdarwinismus, aber es ist genug, um auf das volle Ausmaß der Katastrophen hinzuweisen, die Atheismus und Darwinismus über die Menschheit gebracht haben.
1. Joe Stephens, “The Body Hunters: As Drug Testing Spreads, Profits and Lives Hang in Balance,” Washington Post, 17. Dezember 2000.
2. David Monaghan, “The Body-Snatchers,” The Bulletin, 12. November 1991, S. 30-38.
3. ebd., S. 33.
4. ebd., S. 34.
5. ebd., S. 33.
6. Sharman Stone, Aborigines in White Australia: A Documentary History of the Attitudes Affecting Official Policy and the Australian Aborigine 1697–1973, Melbourne: Heinemann Educational Books, 1974.
7. ebd., S. 83.
8. ebd., S. 96.
9. ebd., S. 93.

DIE REKAPITULATIONSTHEORIE UND DER RASSISMUS

Ernst Haeckel
Nach der Rekapitulationstheorie des deutschen Atheisten und Evolutionisten Ernst Haeckel wiederholen entwickelnde Embryonen den evolutionären Prozess, den ihre angeblichen Vorfahren durchgemacht haben. Diese Theorie behauptet, dass der Embryo während seiner Entwicklung im Mutterleib zu Beginn die Charakteristika von Fischen, dann von Reptilien aufweist, bis er schließlich ein menschliches Baby wird. Für viele Jahre wurde dies als Beweis für die Evolutionstheorie hingestellt, aber schließlich wurde diese Theorie als völlig unwissenschaftlich und nichts mehr als ein Phantasieprodukt angesehen.1

Ernst Haeckel und seine gefälschten Embryozeichnungen.
Vermutlich um die unwissenschaftliche Theorie zu beweisen, fälschte Ernst Haeckel Zeichnungen und versuchte die Ähnlichkeit von Fisch- und Menschenembryonen darzustellen. Als dieser Betrug entlarvt wurde, verteidigte er sich damit, dass andere Evolutionisten dasselbe getan haben. 2
Dennoch legte das imaginäre Szenario, welches Haeckel mit gefälschten Zeichnungen absicherte, offensichtlich die wissenschaftliche Basis für den Rassismus in vielen Ländern, speziell in Deutschland.
Gemäß den Behauptungen der Rekapitulationstheorie sind die Eigenschaften eines Menschen im embryonischen Stadium oder in der frühen Kindheit Reste von evolutionären erwachsenen Vorfahren. Haeckel und seine Anhänger behaupteten zum Beispiel, dass ein “zivilisiertes” Kind die gleiche Intelligenz und Verhaltenseigenschaften hat, wie ein “wilder” Erwachsener. Sie verwendeten diese Behauptungen, um die Überlegenheit der weißen Rasse zu beweisen. Stephen Jay Gould fasst in seinem Buch Ever Since Darwin die Unterstützung zusammen, die die Rekapitulationstheorie dem Rassismus zuteil haben ließ:
Rekapitulation war Haeckels bevorzugtes Argument … Haeckel und seine Kollegen riefen auch die Rekapitulation auf, um die rassische Überlegenheit der nordeuropäischen Weißen zu bestätigen. Herbert Spencer schrieb, dass “die intellektuellen Züge der Unzivilisierten … sind Züge, die in den Kindern der Zivilisierten wiederkehren. Carl Vogt sagte es 1864 stärker: „Der erwachsene Neger hat, was seine intellektuellen Fähigkeiten betrifft, das Wesen eines Kindes … „ 3
Natürlich entsprechen die Behauptungen von Spencer, Vogt und anderen in keiner Weise der Wahrheit. Diese Behauptungen wurden allmählich von der Wissenschaft selbst entkräftet und annulliert. Gould schrieb in seinem Buch The Panda's Thumb:
Diese Theorie wird oft großsprecherisch mit „Die Ontogenese rekapituliert die Phylogenese“ ausgedrückt, wobei höhere Tiere in ihrer embyonischen Entwicklung eine Reihe von Stadien durchlaufen, die in richtiger Reihenfolge die Erwachsenenform der niedrigeren Lebewesen, von denen sie abstammen, repräsentieren. ... Die Rekapitulation bietet eine bequeme Konzentration für den ausgebreiteten Rassismus der weißen Wissenschaftler … 4
Professor George J. Stein, Direktor des International Security Studies Core im Air War College, publizierte einen Artikel unter der Überschrift „Biological Science and the Roots of Nazism” im American Scientist. „Im Wesentlichen“, schrieb er, „Haeckel und seine darwinistischen Kollegen förderten die Ideen soweit, dass sie die Kernanschauungen des Nationalsozialismus wurden, “5 und fasste das tödliche Verhältnis zwischen Haeckel, Sozialdarwinismus und Rassismus zusammen.
1. Keith S. Thompson, "Ontogeny and Phylogeny Recapitulated“, American Scientist, Band 76, Mai/Juni 1988, S. 273.
2. Francis Hitching, The Neck of the Giraffe: Where Darwin Went Wrong, New York: Ticknor and Fields, 1982, S. 204.
3. Stephen Jay Gould, "Racism and Recapitulation“, Kapitel 27 of Ever Since Darwin, New York: W.W. Norton & Co., 1977, S. 217.
4. Stephen Jay Gould, The Panda's Thumb, New York:W. W. Norton & Company, Inc., 1992, S. 163.
5. George J. Stein, "Biological Science and the Roots of Nazism“, American Scientist, Band 76, Jan/Feb. 1988, S. 56.

Neo-Imperialismus und Sozialdarwinismus
Lange vor Darwin, schon im 16. Jahrhundert, entwickelte sich von Europa aus der Kolonialismus. Genau wie der Rassismus bezog sich auch der Kolonialismus später auf Darwins Evolutionstheorie und setzte ihr ein neues Ziel. Vor allem im Gefolge der Industriellen Revolution bestimmten mehr und mehr wirtschaftliche Interessen die Ausbreitung des Kolonialismus rund um den Globus. Überall in der Welt waren die europäischen Mächte auf der Jagd nach Rohstoffen und neuen Märkten. Im 19. Jahrhundert kamen zusätzlich imperialistische Machtinteressen ins Spiel, die durchaus unterschiedliche Motive, aber immer das gleiche Ziel hatten: die Ausbeutung anderer Länder und Kontinente. Deshalb spricht man vom Neo-Imperialismus.
Dessen Weltbild war weitgehend geprägt von darwinistischen Ideen. So kam es zum Ringen um die weltweite Vorherrschaft. Großbritannien, Frankreich, Deutschland und andere europäische Staaten lagen miteinander im Kampf um neue Kolonien, um jeweils selbst zur Hegemonialmacht zu werden.





Ein Bild von Adam Willaerts mit einem britischen Schiff, welches nach Ost-Indien segelt.
Damit Hand in Hand ging ihre Absicht, ihre Überlegenheit anderen Rassen gegenüber unter Beweis zu stellen. Sowohl die Angelsachsen wie die Arier hielten es für ihr „natürliches Recht“, sich zu Herren über afrikanische, asiatische und australische Völker aufzuschwingen, die ihnen als “minderwertige“ Rassen galten, nur dazu da, um deren Rohstoffe und Arbeitskraft auszubeuten. Die Wurzeln des Neo-Imperialismus lagen eher im darwinistischen Denken, als in wirtschaftlichen Zielen.62
In der Encyclopedia Britannica von 1946 heißt es dazu:
„Diese neue Epoche des Imperialismus am Ende des 19. Jahrhunderts wurde geistig unterstützt vom Bismarckismus und Sozialdarwinismus, denen die Woge der Glorifizierung von Erfolg und Macht gemeinsam war, die über ganz Europa schwappte. ... Rassentheorien waren en vogue und standen in Zusammenhang mit dieser Denkhaltung, die im Widerspruch zu allen traditionellen moralischen Werten (d.h. Christentum) stand und sich durchgängig auf „Wissenschaft und Natur“ berief, einem Glauben, dem so gut wie nichts widerstehen konnte.“63

Oben: Eine Prozession der britischen königlichen Familie in Indien unter der britischen Kolonialregierung. Unten: Die Ankunft der britischen Soldaten zur Besetzung Palästina nach dem Untergang des Osmanischen Reiches. Palästina hatte hunderte Jahre unter der Osmanischen Regierung Frieden und Sicherheit, aber die Kolonialverwaltung brachte nur Chaos, Konflikte und Unterdrückung mit sich.
Eine ganze Reihe von Forschern und Autoren stimmt darin überein, dass die Wurzeln des Neo-Imperialismus im Sozialdarwinismus lagen. Gertrude Himmelfarb zum Beispiel, Professorin für Geschichte, schreibt in ihrem Buch Darwin and the Darwinian Revolution über den Zusammenhang von darwinistischem Rassismus und Imperialismus:
In der Regel wird unter Sozialdarwinismus Folgendes verstanden: eine Philosophie, die Wettbewerb, Macht und Gewalt über Tradition, Ethik und Religion stellt. In diesem Sinn ist der Begriff zum Handkoffer für Nationalismus, Imperialismus, Militarismus, Diktatur, Heldenkult, Superman und Herrenrasse geworden.64
Der deutsche Historiker Hans-Ulrich Wehler beschreibt diesen Aspekt des Sozialdarwinismus wie folgt:
„Der Sozialdarwinismus ermöglichte es, den Freiheitsbestrebungen der Arbeiter und der Kolonialvölker eine Absage zu erteilen als vergeblichen Protesten von minderwertigen Subjekten im Daseinskampf. Unter dem Mantel angeblich unwiderlegbarer Wissenschaftlichkeit erreichte der Sozialdarwinismus durch seine vielseitige Anwendbarkeit und in enger Verknüpfung mit den herrschenden Interessen seine Macht. Er wurde zur idealen Ideologie der Rechtfertigung des Imperialismus und wurde von zahlreichen Propagandisten in den Industriestaaten verbreitet.“65
Der enge Zusammenhang von Sozialdarwinismus und Imperialismus tritt unverhüllt vor Augen in dem 1912 erschienen Buch des pensionierten deutschen Generals Friedrich von Bernhardi Britain as Germany's Vassal:
„Im Interesse der Weltzivilisation ist es unsere Pflicht, das deutsche Kolonialreich zu vergrößern. Nur dadurch können wir politisch oder zumindest national alle über die Welt verstreuten Deutschen vereinen. Denn nur so werden sie erkennen, von welch zentraler Bedeutung die deutsche Kultur für den menschlichen Fortschritt ist. Wir müssen uns bemühen, neue Territorien in aller Welt zu erwerben mit all unseren verfügbaren Kräften, weil wir Deutschland all die Millionen von Deutschen erhalten müssen, die erst noch geboren werden, und ihnen Brot und Arbeit geben. Sie sollen unter deutschem Himmel leben und ein deutsches Leben führen können.“66
Die Gier nach neuen Kolonien im Zuge des aufstrebenden Neo-Imperialismus führte zwangsläufig zu Konflikten zwischen den imperialistischen Staaten. In den Fußstapfen des Darwinismus führte die Verachtung anderer Völker als „minderwertige“ Rassen zu unerhörten Grausamkeiten. Ständig behaupteten die Imperialisten, die Zivilisation in die von ihnen okkupierten Länder bringen zu wollen, aber in Wirklichkeit brachten sie nur unendliches Leid und ein Meer von Tränen mit sich.
Sozialdarwinismus und Rassenkonflikte
Einer der Gründe, weshalb Gott unterschiedliche Rassen, Stämme und Nationen auf Erden erschaffen hat, ist der kulturelle Austausch zwischen ihnen. Im Quran sagt uns Gott, dass Er dies getan habe, „...damit sie einander kennenlernen.“ (Sure 49:13 – al-Hudschurat)
In der Weltsicht des Sozialdarwinismus existieren die verschiedenen Menschengruppen nicht, um sich gegenseitig kennenzulernen, sondern um miteinander zu kämpfen. Dementsprechend gilt ihm der Konflikt zwischen Rassen und Nationen als Motor der Menschheitsgeschichte. Den unsinnigen Behauptungen des Sozialdarwinismus zufolge müssen ständig neue Eroberungen gemacht werden, um siegreich aus dem Kampf der Rassen hervorzugehen. Im Ergebnis werden dann die „zivilisierten“ und „höheren“ Rassen an der Spitze stehen und so den Fortschritt der gesamten Menschheit vorantreiben. Aber welch eine Barbarei im Denken und Handeln, diesen Fortschritt bewerkstelligen zu wollen durch Massaker, Verfolgung und Unterdrückung anderer! Natürlich kommt es von Zeit zu Zeit zu Differenzen und Problemen. Aber sie können mit friedlichen Mitteln beigelegt werden. Wir haben bereits klargestellt, dass die Nationalstaaten durchaus im Recht sind, wenn sie ihre eigene Zukunft sichern wollen. Aber es ist gewissenlos, eine Politik zu verfolgen, die die Interessen anderer Nationalstaaten verletzt, oder gar einen anderen Nationalstaat zu zerstören.


Der amerikanische Bürgerkrieg (1861-1865) zwischen den Nordstaaten, die die Abschaffung der Sklaverei verlangten und den Südstaaten, die sie weiterführen wollten. Die Idee der Überlegenheit der weißen Rasse wurde ein casus belli (Kriegsgrund) und vier Jahre lang kämpfte die Bevölkerung einer gegen den anderen. Die Sklaverei wurde schließlich in den Vereinigten Staaten abgeschafft, als der Norden den Sieg davontrug.
Heutige Evolutionisten versuchen stets, Darwin als „Humanisten“ und Gegner des Rassismus darzustellen, aber in Wirklichkeit war er ein Befürworter des Konflikts zwischen den unterschiedlichen Rassen, und er erfand die Lüge, dass die - ihrer eigenen Meinung nach - „zivilisierte“ weiße Rasse siegreich aus diesem Konflikt hervorgehen werde. Im Folgenden dazu einige Zeilen aus Darwins Buch Die Abstammung des Menschen:
„Wenn zivilisierte Nationen auf Barbaren treffen, wird der Kampf nur kurz sein, falls nicht ein tödliches Klima die Barbaren begünstigt... Der Grad an Zivilisiertheit spielt eine wichtige Rolle für den Sieg in dieser Auseinandersetzung.“67
An anderer Stelle seines Buches spricht Darwin vom Konflikt zwischen „Wilden“ und „Zivilisierten“ und behauptet, dass letztere sich als weit überlegen erweisen werden. Durch derart unsinnige Behauptungen hat er die geistigen Grundlagen geschaffen für all das Chaos und Elend, das die Welt mehr als hundert Jahre lang erfüllt hat.
Der Großteil der Nachfolger Darwins betrachtete den Konflikt zwischen den Rassen so, als sei er eine wissenschaftlich bewiesene Tatsache. Zum Beispiel Karl Pearson in seinem Buch National Life from the Standpoint of Science. Er war ein Anhänger von Francis Galton und ein Evolutionist des 19. Jahrhunderts und insofern von Bedeutung, als er die Ansichten seiner Zeitgenossen über Rassenkonflikte und die Hintergründe des Neo-Imperialismus überliefert hat. Wie andere Sozialdarwinisten auch, hielt er den Konflikt zwischen den Rassen für unumgänglich und den Kampf innerhalb einer Rasse allein für evolutionär unzureichend. Im Folgenden ist ein Beispiel seines völlig unwissenschaftlichen Denkens:
„Was ich über schlechte Rassen gesagt habe, scheint mir nur für die niederen Rassen der Menschheit zu gelten. Wie viele Jahrhunderte, wie viele Jahrtausende haben die Kaffer oder Neger in Afrika große Gebiete ohne Einmischung des Weißen Mannes besiedelt? Dennoch haben ihre Stammeskriege keine auch nur ansatzweise vergleichbare Zivilisation wie die der arischen Rasse hervorgebracht. Man mag sie ernähren und erziehen, wie man will - ich bin überzeugt, dass sich dadurch nichts an ihrem Zuchtbestand verändern lässt. Ich sehe in der Geschichte nur einen, wirklich nur einen einzigen Weg, wie sich eine Hochkultur entwickeln kann: durch den Kampf der Rassen miteinander, in dem die physisch und geistig stärkere Rasse siegen wird.“68
Solch obskure Behauptungen gaben dem Imperialismus eine pseudowissenschaftliche Rückendeckung. Die europäischen Kolonialstaaten, die den afrikanischen und teilweise den asiatischen Kontinent besetzten und die australischen Aborigines verfolgten, behaupteten dreist, ihre Eroberungspolitik basiere auf Naturgesetzen und sei der einzige Weg, um den Fortschritt der Menschheit voranzutreiben. (Die wissenschaftliche Haltlosigkeit dieser Behauptung wurde später durch wirkliche wissenschaftliche Fortschritte bewiesen.) Laut Pearson sollten fortan ehemals spontan geführte Kriege bewusst geplant und geführt werden:
„Es gibt einen Kampf zwischen den Rassen und zwischen den Nationen. In der Frühzeit dieses Kampfes war es ein blinder, unbewusster Kampf unter Barbaren. Heute, in Bezug auf den zivilisierten Weißen Mann, ist er zum immer bewussteren, planmäßigen Versuch einer Nation geworden, sich in einer sich ständig verändernden Umwelt fit zu halten. Die Nation muss ihr Augenmerk darauf richten, wo und wie der Kampf zu führen sein wird. ... Meines Erachtens muss eine Nation betrachtet werden als ein organisches Ganzes im ständigen Kampf mit anderen Nationen, sei es mit militärischer Gewalt oder mit wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen. Meines Erachtens darf man diesen wie auch immer beschaffenen Kampf nicht als schlecht oder böse betrachten, denn er ist der Motor des menschlichen Fortschritts in der gesamten Menschheitsgeschichte.“69
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts gewann dieser falsche Glaube, dass der Konflikt zwischen den Rassen der Weg des menschlichen Fortschritts und andere Rassen „minderwertig“ seien, in großen Teilen der Welt enorme Durchschlagskraft im nahezu wörtlichen Sinn. Die meisten imperialistischen Staaten betrieben in den von ihnen eroberten Ländern eine skrupellose Politik gegenüber der Bevölkerung. Ihre Maßnahmen in diesen Ländern zeigen überdeutlich, dass sie deren Einwohner für schwach und minderwertig hielten, sie verunglimpften, sie nicht als gleichwertige Menschen behandelten. Der Neo-Imperialismus im 19. Jahrhundert war nichts anderes als die Verwirklichung des Sozialdarwinismus im Weltmaßstab.
Einer der Gründe für den enormen Einfluss des Darwinismus in Europa war die Tatsache, dass sich damals die Menschen in den europäischen Staaten abgewandt hatten von ihren eigenen religiösen, moralischen Werten, ohne die Menschen nicht in Frieden leben können. Gott hat uns Menschen Toleranz und Vergebung anbefohlen. Er wird jeden zur Rechenschaft ziehen für die Sünde, die Weltordnung gestört und Kriege angezettelt zu haben. Im Quran spricht Er unmissverständlich davon, dass Er Menschen nicht liebt, die anderen Menschen Leid und Not zufügen:
Sobald er den Rücken kehrt, bemüht er sich, im Lande Unheil zu stiften und Ackerland und Nachkommenschaft zu zerstören; Gott aber liebt nicht das Verderben. (Sure 2:205– al-Baqara)
Skrupellose Kolonialpolitik

Eine britische Militärzeremonie in Indien.
Wie sehr die Kolonialherren den Ideen des Sozialdarwinismus verhaftet waren, zeigte sich in der Politik, die sie gegenüber der einheimischen Bevölkerung in den Kolonien betrieben. Die dort tätigen Kolonialverwaltungen betrachteten die dort lebenden Menschen nicht als Menschen, sondern als primitive, menschliche Übergangsformen, denen sie nichts als Leiden, Zerstörung und Unglück brachten. Der Sozialdarwinismus war dabei eine treibende Kraft, weil er der rücksichtslosen Politik in den Kolonien eine ideologische Legitimation gab. Das Gefühl, einer überlegenen Rasse anzugehören, steigerte noch ihre Aggressivität und Gier.
Ein aufschlussreiches Beispiel dafür sind die Opiumkriege in China. In den 1800er Jahren begann Großbritannien, Opium an China zu verkaufen, obwohl Produktion, Verkauf und Verbrauch von Opium in Großbritannien selbst verboten waren. So gelang es der herrschenden Klasse Großbritanniens, die ihre eigene Bevölkerung vor diesem Gift schützte, große Teile der chinesischen Bevölkerung opiumabhängig zu machen. Nachdem sein eigener Sohn an seiner Opiumsucht gestorben war, beschloss der Kaiser von China, die britischen Opiumimporte zu stoppen und schickte seinen Gesandten Lin Zexu (Lin Tse-Hsü) nach Kanton, dem größten Hafen der East India Company, um das Ende der Opiumimporte herbeizuführen. Da die britischen Opiumhändler dazu nicht bereit waren, ließ Lin Zexu die Opiumlagerhallen schließen. Darauf reagierten die Briten sofort mit einer militärischen Intervention. Die Chinesen wurden in die Flucht geschlagen und zu einem demütigendem Vertrag gezwungen, demzufolge der Opiumhandel als legal galt. Lin Zexu verlor sein Regierungsamt und wurde ins Exil geschickt.
Die Portugiesen wiederum demonstrierten ihre „rassische Überlegenheit“ dadurch, dass sie Eingeborene zu ihren Sklaven machten. Sie nahmen in ihrer Kolonie die Einheimischen von Angola gefangen, transportierten sie nach Amerika und verkauften sie dort als Sklaven, „Kontraktarbeiter auf fünf Jahre“ genannt. Aber nur wenige von ihnen lebten in der Neuen Welt lange genug, um wieder in ihre Heimat zurückkehren zu können.70 In den meisten Kolonien raubten die Kolonialherren Ländereien und Rohstoffe, wie es ihnen beliebte und übertrugen die Rechte an Siedler oder Handelsgesellschaften aus ihren jeweiligen Ländern. Um die einheimische Bevölkerung, die ihr Land verlor, scherten sie sich nicht, sondern beuteten deren Arbeitskraft, Produkte und Rohstoffe schamlos aus.

Links: Prinz Edward, der Herzog von Windsor, erhält Geschenke vom Maharadscha von Koihayur.Unten: Zulus unterhalten die britischen Truppen, als sie zu Ehren des Geburtstages von Queen Victoria ein Sackrennen veranstalten.

Oben: Britische Soldaten unterdrücken brutal Inder, die ihre Freiheit verlangten.Unten: Ein britischer Soldat wählt Soldaten für die indische Armee aus.
Aus ihren Kolonien verschifften die Briten Halbprodukte, wie Baumwolle, Tee und Erze, nach Großbritannien, ließen sie dort weiterverarbeiten und schickten sie dann wieder für teures Geld zurück in die Kolonien. Baumwolle aus Indien wurde in Großbritannien weiterverarbeitet, während der Baumwollhandel in Indien selbst verboten war. Deshalb war Indien gezwungen, „britische“ Baumwolle zu kaufen. Ebenso durften die Inder nur „britisches“ Salz kaufen.
Eine weitere Methode des Neo-Imperialismus bestand darin, die Herrscher in den kolonialisierten Ländern respektlos und verächtlich zu behandeln. Früher, zu Zeiten von Elizabeth I. oder noch Napoleons, waren die Kolonialbeamten mit ihnen achtungsvoll umgegangen. Die falsche Vorstellung der rassischen Überlegenheit gewann erst im 19. Jahrhundert in Europa die Oberhand und führte zu Skrupellosigkeit und Überheblichkeit.
Die darwinistisch geprägten Imperialisten hielten ihre Kolonialherrschaft für die logische Konsequenz ihrer rassischen Überlegenheit gegenüber „minderwertigen“, „unterentwickelten“ Rassen. Für sie war es deshalb zwingend, dass sich die überlegene Rasse über die ganze Erde ausbreiten müsse. Und wenn „primitive“ Rassen dem Fortschritt der Menschheit im Weg standen, mussten die „minderwertigen“ Menschen eben „verbessert“ werden. Deshalb waren die Imperialisten ernsthaft überzeugt, den Menschen in den Kolonien die Zivilisation bringen zu müssen. Aber ihre Politik und ihr Verhalten in den Kolonien entsprachen diesem angeblich hehren Ziel in keiner Weise. Stattdessen brachten sie, weil den sozialdarwinistischen Ideen verpflichtet, nur Chaos, Konflikt, Furcht und Demütigung mit sich statt Wohlbefinden, Glück und Zivilisation. Die wenigen Wohltaten, die sie den Menschen in den Kolonien brachten, wurden weit übertroffen von ihren Schandtaten.


1827 begann Frankreich Algerien zu besetzen. Als Teil der kolonialistischen Mentalität der Zeit, betrachteten die Franzosen andere Nationen als die eigene als zweitklassig und errichteten ein auf Unterdrückung und Gewalt basierendes System gegen die Algerier. Als erstes wurden die Erziehung und sogar das Sprechen auf Arabisch verboten. Dann wurde Algerien wirtschaftlich völlig von Frankreich abhängig gemacht. Gegner wurden grausam unterdrückt.
Deutlicher als in den folgenden Worten von Karl Pearson kann man die Inhumanität ihrer im Darwinismus wurzelnden Haltung nicht ausdrücken:
„Dieser Kampf bringt Leiden mit sich, sehr viel Leiden, während er vor sich geht. Aber dieser Kampf und diese Leiden sind notwendige Phasen, die der weiße Mann durchschreiten muss, um seinen heutigen Entwicklungsstand zu halten und zu steigern. Nur dadurch hat er es bisher geschafft, nicht länger in Höhlen zu wohnen und sich von Wurzeln und Nüssen zu ernähren. Diese Beziehung von Fortschritt und Überleben der überlegeneren Rasse, so düster sie manchen auch erscheinen mag, verleiht dem Kampf ums Dasein sein ausgleichendes Recht. Es ist der glühende Schmelztiegel, in dem das edlere Metall entsteht. Man darf durchaus auf eine Zeit hoffen, in der Schwerter zu Pflugscharen werden, in der amerikanische, deutsche und englische Kaufleute nicht mehr konkurrieren auf den Weltmärkten für Nahrungsmittel und Rohstoffe, in der der Weiße und der Schwarze Mann die Erde gemeinsam bebauen, jeder nach seinen Bedürfnissen. Aber glauben Sie mir: Wenn es je soweit kommen sollte, wird es keinen menschlichen Fortschritt mehr geben. Es wird nichts mehr geben, um die Fruchtbarkeit einer minderwertigen Rasse zu beurteilen. Die erbarmungslosen Vererbungsgesetze würden dann nicht mehr durch natürliche Selektion gelenkt und reguliert werden. Die Menschheit würde stagnieren ... Der Weg des Fortschritts ist gepflastert mit gescheiterten Nationen. Überall stößt man auf Spuren untergegangener minderwertiger Rassen, Opfer ihrer eigenen Unterlegenheit. Aber all diese untergegangenen Völker waren notwendige Stufen, auf denen sich die Menschheit emporgearbeitet hat auf ihr heutiges intellektuelles und emotionales Niveau.“71

Eingefügtes Bild links: In Nebraska 1919 belagerte eine Gruppe von 5.000 Weißen das Gericht und fingen einen schwarzen Gefangenen, den sie ohnmächtig schlugen bevor sie ihn mehr als 1.000 Mal erschossen und schließlich seinen Körper verbrannten.Großes Bild: Zwei junge Schwarze, Thomas Shipp und Abraham Smith wurden 1930 in Indiana gelyncht. Tausende Weiße, bewaffnet mit Baseballschlägern töteten die beiden, bevor sie sie erhängten. In den 1930er Jahren begann der Ku Klux Klan zu wachsen. Diese Lynchmorde sind gerade zwei von zahllosen Beispielen des Hasses und der Grausamkeit, die der Rassismus mit sich bringt.
Eine derartige Weltsicht, innerhalb der die meisten anderen Nationen als unterlegen und deren Leiden und Tod nur als ein notwendiger Schritt auf dem Weg der Evolution gelten, ist eine große Gefahr für die gesamte Menschheit. Wenn sich Individuen bemühen, eine bloße Idee wissenschaftlich zu untermauern, unabhängig davon wie unwissenschaftlich und unlogisch sie auch sein mag und sie durchsetzen wollen, dann werden in der Regel die Idee und ihre Konsequenzen leider schnell akzeptiert von allen, die ungenügend informiert sind über das fragliche Thema. Genau darin liegt die Gefahr des Darwinismus verborgen. Menschen, die an Thesen wie “Überlebenskampf“ und „Kampf zwischen überlegenen und unterlegenen Rassen“ glauben, haben im Namen solcher Thesen jede Menge skrupelloser Handlungen begangen oder zumindest dazu geschwiegen. Das Ergebnis waren rassistische, aggressive und skrupellose Diktatoren wie Hitler, Mussolini und Franco, denen Millionen von Menschen applaudiert haben. Nicht zuletzt deswegen mussten Zigmillionen unschuldiger Menschen in Furcht, Schmerz und Leid leben und sterben.
Sozialdarwinismus und Krieg
Die trügerische Idee, dass der Kampf zwischen den Rassen den Fortschritt der Nationen beschleunigen könne, wurde auch zur geistigen Grundlage von Kriegen. Vor dem 1. Weltkrieg, als der Sozialdarwinismus in voller Blüte stand, galt der Krieg als das bestgeeignete Mittel zur Vernichtung der Schwachen und Kranken, die angeblich nur eine gesellschaftliche Belastung für das Überleben der Starken und die Entwicklung der Menschheit sind.
In der Geschichte hat es schon immer Kriege gegeben. Aber meist waren sie begrenzt und zielten zumindest nicht unmittelbar auf die Zivilbevölkerung, sondern waren Schlachten zwischen Armeen. Aber in den vom Sozialdarwinismus ideologisch unterfütterten Kriegen wurde die Zivilbevölkerung unmittelbar zum Ziel gemacht, um die „Überbevölkerung“ durch angeblich lebensunfähige, minderwertige Menschen zu eliminieren.


Die darwinistische Behauptung, dass der Konflikt ein wesentlicher Teil der menschlichen Natur ist, begünstigt den Krieg zwischen den Nationen. Dennoch ist es offensichtlich, welche Auswirkungen Kriege auf die Zivilbevölkerung haben.
Vor dem 1. Weltkrieg wurden in zahlreichen Reden und Artikeln die darwinistischen Grundlagen der „neuen“ Kriege beschrieben. Zum Beispiel von Richard Milner, einem Mitarbeiter von Natural History, dem Monatsmagazin des American Museum of Natural History in New York, der über die Kriegslüsternheit der darwinistischen deutschen Intellektuellen in dieser Zeit schrieb:
„Während des 1. Weltkriegs waren deutsche Intellektuelle fest davon überzeugt, dass die natürliche Selektion eine unwiderstehlich machtvolle Kraft sei, ein Naturgesetz, das ihnen das Recht verleihe, einen blutigen Krieg um die Weltherrschaft zu führen. Ihre politischen und militärischen Szenarios benutzten dabei Darwins Theorien als wissenschaftliche Grundlage für ihr Streben nach Weltherrschaft, bei voller Unterstützung deutscher darwinistischer Wissenschaftler und Professoren für Biologen.72
In den Kriegsjahren beteiligte sich sogar ein deutscher General F. von Bernhardi, an der Propaganda für den Sozialdarwinismus. In seinem Buch Deutschland und der nächste Krieg behauptete er, dass der Krieg eine biologische Notwendigkeit sei, um die Welt von „Lebensunfähigen“ zu befreien: „Der Krieg ist eine biologische Notwendigkeit von erstrangiger Bedeutung, ein unverzichtbares Regulativ im Leben der Menschheit. Ohne ihn käme es zu einer krankhaften Entwicklung, die jeden Fortschritt der Rasse und damit wirkliche Zivilisation verhindern würde.“73
Die Behauptung, dass Krieg ein Regulativ sei, ist weder rational nachvollziehbar, noch hält sie wissenschaftlichen Tatsachen stand. Der Krieg ist eine zerstörerische Kraft, die ungeheure Verluste an Menschenleben und Werten verursacht, die oft nicht wiedergutzumachen sind.


Die sozialdarwinistische Logik bildete die Grundlage der grausamen Besetzungen durch die Nazis, wodurch Millionen von Russen zur Sklavenarbeit verschleppt und mehrere Millionen für keinerlei Verbrechen hingerichtet wurden.
Nichtsdestotrotz riefen jene, die ständige Kriege als unverzichtbar für die Weiterentwicklung von Zivilisation hielten, unverdrossen nach Krieg. General Bernhardi zum Beispiel schrieb in seinem Buch:
„Der Krieg ist nicht nur integraler Bestandteil des Lebens, sondern auch ein unverzichtbares Kulturelement. Im Krieg manifestiert eine wahrhaft zivilisierte Nation ihre Stärke und Lebenskraft. ... Der Krieg verhilft zu einer biologisch gerechten Entscheidung, weil seine Ergebnisse den Naturgesetzen entsprechen. ... Er ist nicht nur eine biologische Notwendigkeit, sondern zugleich eine moralische Verpflichtung und als solche ein unverzichtbarer Kulturfaktor.“74

Dass junge Menschen trotz aller Leiden, die der Krieg mit sich bringt, zum Kämpfen gezwungen werden, beschreibt das dunkle Gesicht des Darwinismus.
Es ist eine der größten geistigen Verirrungen der Verkünder solcher Thesen, dass sie allen Ernstes glaubten, Krieg sei vereinbar mit der menschlichen Natur und eben deshalb unvermeidlich. Aus ihrer Sicht hieß das: Je mehr Kriege geführt werden, desto mehr Macht und Lebenskraft kann man erwerben. Doch Gott hat die Menschen so erschaffen, dass sie am besten im Frieden leben können. Chaos und Streit hingegen versetzen die menschliche Seele in unerträgliche Spannung. Nur in einem Klima von Frieden und Sicherheit kann es schnellen sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Fortschritt geben. Dazu schreibt Gertrude Himmelfarb in ihrem Buch Darwin and the Darwinian Revolution:
„Für General [Bernhardi] ging es in erster Linie um die Erfordernisse des Krieges, aus denen imperialistische Abenteuer und nationalistische Experimente folgten. Für andere war es umgekehrt: Ihre imperialistischen und nationalistischen Ziele zogen Krieg und Militarismus erst nach sich. Es gab aber auch Stimmen, die nach kriegerischen Tugenden riefen, aber ohne die Bürde von Militarismus oder Nationalismus. Das war Sozialdarwinismus in seiner reinsten Form.“75
Sir Arthur Keith, evolutionistischer Anthropologe und Darwin-Biograph, gab offen zu, ein Kriegsbefürworter zu sein. Obwohl er persönlich friedliebend war, fürchtete er die Folgen eines Friedenszustandes. Er glaubte nämlich, dass sich die Welt nach 500 Jahren Friedenszustand “in einen Obstgarten verwandelt, in dem lange Zeit nichts mehr gedeihen wird, weil es zu viele Blüten gibt.“76
Aus den Worten von Keith wird ersichtlich, wie skrupellos Menschen durch die Ideen Darwins werden können. Keith war davon überzeugt, dass der „Wildwuchs“ der Welt von Zeit zu Zeit beschnitten und weggeworfen werden müsse. Deshalb unterstützte er in aller Offenheit die Barbarei. Mit Beschneiden meinte Keith den Krieg, und der zu beschneidende Wildwuchs waren die zum Sterben verurteilte Männer, Frauen und Kinder. Wer den Täuschungen des Darwinismus verfallen ist, hegt keinerlei Empfindung für all diese Menschen. Die Theorie, dass die weiße Rasse gestärkt und entwickelt werden und deshalb die Schwachen ausgerottet werden müssten, führte zu vorher noch nie da gewesenen Grausamkeiten.

So lange sie nicht selbst einen Krieg erleben, würden die Menschen nie erkennen, welch schreckliche Katastrophe er tatsächlich ist. Es darf nie vergessen werden, dass Krieg Trauer, Verlust und Leiden über Millionen unschuldiger Menschen bringt. Der Weg, eine Welt ohne Krieg und Konflikt zu erlangen, eine Welt voll Frieden und Sicherheit, ist nur durch die Auslöschung jener Ideologien zu erreichen, die inkompatibel zu den von Gott befohlenen religiösen Werten sind.
Die konfuse Weltanschauung des Darwinismus war eine der Hauptursachen für all die Kriege und Massaker, die es seit dem 19. Jahrhundert unablässig gegeben hat. Mit all den Rufen nach Krieg konfrontiert, sind sogar Menschen, die nichts über den Sozialdarwinismus wussten, damals seinem Fluch verfallen.


Schwarze Amerikaner, gelyncht in 1906.
Solange die Liebe zu Gott und Gefühle des Mitleids und Sympathie für die Menschen, die Er erschaffen hat, nicht vorherrschen, wird die Menschheit immer wieder solche Tragödien erleben.
Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Kriegsbefürworter nicht etwa nur eine ideologische Randgruppe, sondern es waren einflussreiche Journalisten, Akademiker, Politiker und Beamte.77 Sie unterstützten die Ausrottung von Frauen, Kindern, Alten und Notleidenden und die sinnlose Opferung junger Menschenleben auf den Schlachtfeldern - alles im Namen der Menschlichkeit.
Diese Auffassung wurde sogar auf höchster Ebene geteilt. Zum Beispiel war der deutsche Kanzler Theobald von Bethmann-Hollweg ebenso wie die deutsche Mittelklasse vor Beginn des 1. Weltkriegs fest davon überzeugt, dass der Kampf zwischen Teutonen und Slawen eine Notwendigkeit sei.78 Ähnlich dachte auch Kaiser Wilhelm II. Viele Historiker sind der Meinung, dass die Ideen von der Notwendigkeit des Krieges und der Ausrottung „minderwertiger“ Rassen eine der Ursachen des 1. Weltkriegs waren.
Der Philosoph Friedrich Nietzsche war einer der prominentesten Befürworter des Sozialdarwinismus in Deutschland. Ihm zufolge sollte das ideale Gesellschaftssystem auf dem bewaffneten Kampf beruhen: “Der Mann soll für den Krieg ausgebildet werden und die Frau für das Gebären von Kriegern; alles andere ist Narrheit.“ 79 In Nietzsches Weltbild erschien Krieg als Leben, als Geburtshelfer von allem.
Hitler, ein fanatischer Sozialdarwinist und Bewunderer sowohl Darwins wie auch Nietzsches, hat deren Ideen in die Tat umgesetzt. Militaristisches und evolutionistisches Gedankengut miteinander verknüpfend, schrieb er:
„Die gesamte Natur ist ein ständiger Kampf zwischen Stärke und Schwäche, an dessen Ende der endgültige Sieg der Starken über die Schwachen stehen wird.“80

Das 20. Jahrhundert, welches von dem Sozialdarwinismus dominiert war, ging in die Geschichte als das Jahrhundert der Kriege und der blutigen Konflikte ein. Während Dekaden verließ  der Ausdruck des Leidens nicht die Gesichter von Millionen Menschen.
Diese von Hitler und seinesgleichen propagierten Ideen waren Ergebnis einer schrecklichen Unwissenheit. Alle, die glaubten, mit Hilfe der Evolutionstheorie ihrem aggressiven und militaristischen Denken eine wissenschaftliche Grundlage verschaffen zu können, täuschten sich selbst am meisten. Aber mit der Unterstützung der Hunderttausender, die ihnen zujubelten, überzogen sie die Welt mit einem noch nie da gewesenen Grauen.
In einem Artikel mit der Überschrift „The Philosophy and Morals of War“ (Philosophie und Moral des Krieges) identifiziert Max Nordau, ein geistiger Führer der zionistischen Bewegung, Darwin selbst als einen Hauptbefürworter des Krieges:
„Die höchste Autorität unter all den Advokaten des Krieges war Darwin. Seit sich die Evolutionstheorie ausgebreitet hat, können sie ihren angeborenen Barbarismus mit dem Namen Darwins schmücken und ihre blutrünstigen Instinkte für das letzte Wort der Wissenschaft erklären.“81
In Darwin, Marx, Wagner: Critique of a Heritage hat Jacques Barzun, Historiker an der Columbia University, nachgewiesen, dass Darwin überall das Feuer des Militarismus und des Krieges entfacht hat:
„Krieg“ wurde zum Symbol, zum Bild, zum Motiv, zur Begründung und Sprache allen menschlichen Handelns auf der Erde. Wer sich nicht durch einen beträchtlichen Teil der Literatur zwischen 1870 und 1914 hindurch gearbeitet hat, kann sich keine Vorstellung davon machen, wie sehr sie vom Ruf nach Blutvergießen durchdrungen war. ... Die Militaristen der zweiten Jahrhunderthälfte poetisierten den Krieg und sehnten sich wollüstig nach ihm. Ohne Schamgefühl hielten sie es für erwiesen, dass alle Kämpfe des Lebens Kämpfe für das Leben seien und der Tod des Verlierers sein „natürliches“ Ziel.82
Im gleichen Buch beschrieb Barzun, wie vor allem Europa unter den Einfluss von Darwins rassistischem, militaristischem Statthalter geriet:
In jedem europäischen Land gab es zwischen 1870 und 1914 eine Kriegspartei, die für Rüstung plädierte, eine liberalistische Partei, die skrupellosen Wettbewerb forderte, eine imperialistische Partei, die freie Hand gegenüber unterentwickelten Völkern forderte, eine sozialistische Partei, die die Eroberung der Macht forderte und eine rassistische Partei, die eine Ausmerzungspolitik gegenüber Fremden forderte - und alle beriefen sich auf Spencer und Darwin, als seien sie die ultima Ratio der Wissenschaft... Rasse war alles: biologisch, soziologisch, darwinistisch.83



In Kriegszeiten leidet nicht nur die Zivilbevölkerung. Soldaten, die wegen einer Philosophie, die nichts als Blut und Qualen auf der Welt hervorgebracht hat, zum Kämpfen gezwungen wurden, sind ebenfalls Teil des grausamen Gesichtes des Kriegs.
All diese geistigen Verirrungen, später so oft von Wissenschaftlern beschrieben, sind verantwortlich für die Massaker, Kriege und Völkermorde des 20. Jahrhunderts.
Für Gott heißt Überlegenheit Frömmigkeit, nicht Herrenrasse
Diese Barbarei war nicht auf die Nazis beschränkt. In vielen Teilen der Welt ist es durch den Rassismus zu schrecklichen Katastrophen gekommen. Durch ihn sind Millionen von Menschen als wertlos erklärt, gedemütigt, vertrieben und versklavt, getötet oder dem Tod überlassen, wie Tiere behandelt und für medizinische Experimente missbraucht worden. Die in diesem Buch angeführten Beispiele sind nur einige, die von dieser Gewalt und Barbarei zeugen.

Weiße Studenten greifen einen schwarzen Rechtsanwalt an. Rassismus ist eine Ursache von Zorn, Hass, Aggressionen und Konflikten. Diese Studenten haben ihre Menschlichkeit abgelegt, um einen unschuldigen Mann wegen seiner Hautfarbe zu töten. Sie leben bewusst oder unbewusst unter dem Einfluss des Sozialdarwinismus. Oben: Ein Reisebus in Alabama 1930. Ein getrenntes Abteil mit der Bezeichnung „Farbige Passagiere“ wurde für die Schwarzen eingerichtet.



...Helft einander zur Rechtschaffenheit und Gottesfurcht und nicht zur Sünde und Feindschaft. Und fürchtet Gott …  (Sure 5:2 – al-Ma’ida)
Die Sozialstruktur, die der Darwinismus vor Augen hatte, muss genau identifiziert werden. Wie alle materialistischen Theorien kann auch der Sozialdarwinismus den Menschen und ganzen Gesellschaften nicht zu lebenswerten moralischen Werten und zum Glück verhelfen, weil er die Menschen für selbstsüchtige Kreaturen hält, die nur ihren eigenen Interessen folgen und nur sich selbst gegenüber verantwortlich fühlen. Um sich lebenswerte moralische Werte und Glück zu erwerben, muss der Mensch seine selbstsüchtigen Begierden aufgeben. Die uns von Gott dem Herrn aufgegebenen religiösen, moralischen Werte können uns dies lehren. Die Verpflichtung der Menschen gegenüber Gott und die Einhaltung Seiner Gebote hat Er uns im Quran offenbart.
Wenn die Menschen Gottes Gebote, wie im Quran dargelegt, befolgen, werden sie fähig sein, sich gegenseitig zu achten und zu lieben.
Nur wer Gott liebt und fürchtet und seinen Geboten folgt, kann andere Menschen als Geschöpfe Gottes erkennen und keinen Unterschied machen hinsichtlich von Rasse, Nation, Hautfarbe oder Sprache. In jedem Menschen wird er die von Gott erschaffene Schönheit erkennen und sich daran erfreuen. Ihr Glaube ermöglicht es diesen Menschen, zu lieben, Mitleid zu empfinden und andere zu schützen. Wer jedoch der darwinistischen Gehirnwäsche zum Opfer gefallen ist, wird stets auf andere Rassen und Nationen herabblicken, sich berechtigt fühlen, sie zu unterdrücken oder gar auszulöschen, und er wird nur Spannungen, Furcht und Unglück verbreiten. Rassismus und Imperialismus im 19. und 20. Jahrhundert waren das Ergebnis der darwinistischen Weltsicht.
Im Quran hat Gott den Menschen untersagt, andere wegen ihrer Rasse zu diskriminieren und Er hat enthüllt, dass die Menschen nur durch ihren Glauben an Ihn und die Furcht vor Ihm Überlegenheit erreichen können:
O ihr Menschen! Wir erschufen euch aus einem Mann und einer Frau und machten euch zu Völkern und Stämmen, damit ihr einander kennenlernt. Doch der vor Gott am meisten Geehrte von euch ist der Gottesfürchtigste unter euch. Allah ist fürwahr wissend, kundig. (Sure 49:13– al-Hudschurat)

Das Ende des Darwinismus

DAS UNGLÜCK, DAS DER DARWINISMUS ÜBER DIE MENSCHHEIT BRACHTE

DIE MENSCHEN KÖNNEN NUR MIT DER LIEBE ZU ALLAH BEHAGLICHKEIT FINDEN
KONFERENZEN MIT DEM THEMA ''DER NIEDERGANG DER EVOLUTIONSTHEORIE UND DIE WAHRHEIT DER SCHÖPFUNG'' IN BERLIN - DEUTSCHLAND, AM 17-18 APRIL, 2010 KONFERENZ MIT DEM THEMA ''DER NIEDERGANG DER EVOLUTIONSTHEORIE UND DIE WAHRHEIT DER SCHÖPFUNG'' – 28 MAI. 2010, DARMSTADT

DER PROPHET JOSEPH

WUNDER DES GEHIRNS: RIECHEN UND SCHMECKEN

DIE LÖSUNG ALLER PROBLEME: DIE WERTE DES QURAN

BIOMIMETRIE: TECHNOLOGIE IMITIERT NATUR

DER ISLAM: DAS LICHT, DAS DIE WELT ERLEUCHTET

DAS GEHEIMNIS DER PRÜFUNG

DIE BLUTIGE GESCHICHTE DES FASCHISMUS TEIL I

DER PROPHET MOSES (A.S) UND DIE BUNDESLADE

FOSSILIEN STÜRZEN DIE EVOLUTIONSTHEORIE

DIE WUNDER DES QURAN - 4

DIE WUNDER DES QURAN - 3

DIE WUNDER DES QURAN - 2

DIE WUNDER DES QURAN - 1

EINE WELT AUS EIS

DER WUNDERBARE PLANET 1: Beweise Der Schopfung Auf Der Erde

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TIEFES NACHDENKEN

Die Mehrheit der Menschen benutzt ihre Denkfähigkeit nicht so, wie sie es könnte. Der Zweck dieses Dokumentarfilms ist es, die Menschen aufzufordern, so zu denken, wie es angemessen wäre, und sie bei Ihren Bemühungen dabei zu unterstützen.

LIEBE UND ZUSAMMENARBEIT UNTER DEN LEBEWESEN

Einigkeit… Solidarität… Selbstlosigkeit… Aufopferung … Jeder möchte diese Attribute besitzen… Dieser Dokumentarfilm befasst sich mit Sozialverhalten. Doch die Stars dieses Films sind keine Menschen...

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In diesem Film werden Sie ein wunderbares, von Allah in den Lebewesen hervorgerufenes Gefühl mütterlicher Liebe und der Selbstaufopferung sehen, das Mütter für ihren Nachwuchs hegen, und Sie werden Zeuge eines der größten Beweise der Schöpfung in der Welt werden...